Nicht früher dürfte auch die A2 wieder freigegeben werden. Denn hier war es, rund 30 Kilometer vom ersten Unfallort entfernt, kurz darauf erneut zu einem schweren Unglück gekommen. Rund eine Stunde nach dem ersten Alarm ging es für einen Großteil der anderen Feuerwehren im Kreis ebenfalls auf die Autobahn. Bei Ziesar in Fahrtrichtung Magdeburg, nur wenige Meter von der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt zum Jerichower Land entfernt, hatte ein Lkw-Fahrer eine Rauchentwicklung an seinem Fahrzeug bemerkt. Er stoppte den 40-Tonner auf dem Seitenstreifen und koppelte geistesgegenwärtig die Zugmaschine vom Hänger ab. Rolf Weiß war mit seinem Auto kurz darauf am Ereignisort und half mit: „Es gab Explosionen am Lkw und es sind Teile rübergeflogen. Ich habe den Verkehr dann gestoppt, sodass keiner zu Schaden kommt.“ Die Hitzeentwicklung sei enorm gewesen, die Flammen über 10 bis 15 Meter hoch.
Auch die Feuerwehr, die mit zahlreichen Kräften angerückt war, musste sich vorsichtig dem Feuer nähern. Mit Wasser und Schaum brachten sie den Brand unter Kontrolle, doch ein Ersticken der Flammen war kaum möglich. „Wir haben mit der Ummantelung der Kabel zu kämpfen, die der Laster geladen hat. Die Löscharbeiten ziehen sich deswegen noch“, berichtete Andy Laube, Kreisbrandmeister in der Region. Im Pendelverkehr wurde immer wieder neues Wasser an den Einsatzort gebracht.
Das Gummi, Kunststoff- und Elektroteile waren in Gitterboxen auf der kompletten Ladefläche aufgestapelt. „Die sind teilweise miteinander verschmolzen. Wir müssen die jetzt Stück für Stück mit schwerem Gerät entladen“, führt Laube aus. Die Autobahn musste deshalb über Stunden voll gesperrt werden. Auch in der Gegenrichtung kam es aufgrund der intensiven Rauchentwicklung immer wieder zu gefährlichen Situationen. Als die im Stau stehenden Autofahrer endlich die Unglücksstelle passieren konnten, fühlten sich viele Einsatzkräfte wie im Zoo. Anstelle zügig weiterzufahren, zückten viele Schaulustige ihre Handys, um zu dokumentieren, weshalb sie später nach Hause gekommen sind. Eine Reaktion, die bei vielen Einsatzbeteiligten nur Kopfschütteln auslöst.
Erst in den frühen Morgenstunden konnten alle Feuerwehrleute wieder ins Bett. In den Knochen eine anstrengende Nacht. „So ein Einsatzgeschehen hatten wir schon lange nicht mehr“, musste da auch der Kreisbrandmeister feststellen.