Angesichts der aktuellen Umfragewerte waren zuletzt vor allem in der Union und bei den Grünen Gerüchte um einen kurzfrisitigen Wechsel des Kanzlerkandidaten aufgetaucht. So war bei der Union mit einem Wechsel zum CSU-Chef Söder spekuliert worden, während bei den Grünen wohl die Kandidatur von Robert Habeck noch einmal diskutiert wurde. Bei der SPD steht man nun geschlossen hinter Kanzlerkandidat Scholz. Die Umfragen beweisen, dass die Union eine starken Einbruch zu verzeichnen hat. Den stärksten Rückhalt genießt die Union bei Bürgern mit hohem Einkommen (28 %) und älteren Menschen (25 %). Ganz schwach ist die Union bei den jungen Menschen (12 %). Die SPD hat ihren Rückhalt ebenfalls bei älteren Menschen (31 %), den Frauen (25 %) und Wählern mit einem niedrigeren Einkommen (25 %). Auch die junge Leute wählen unterdurchschnittlich SPD (13 %). Während die Grünen hingegen viele Stimmen bei jungen Wählern sammeln (30 %), werden sie nur in wenigen Fällen von älteren Wählern (13 %) und in Ostdeutschland (15 %) gewählt. Die Stärken der FDP liegt bei den jungen Wählern (21 %), die der Linken bei den geringeren Einkommensgruppen (11 %) und die Stärke der AFD liegt vor allem in Ostdeutschland (15 %).
Im Verleich zur letzten Wahl würde die Union also aktuell gut 6,3 Millionen Stimmen verlieren. Doch wohin wandern diese Stimmen der Union ab? Dies hat das Meinungsforschungsinstituts INSA analysiert. Nur noch jeder 2. Wähler der 2017 CDU/CSU gewählt hat, würde dies auch 2021 wieder tun. Von den 6,3 Millionen abgewanderten Stimmen gehen 18 Prozent an die SPD, 13 Prozent an die FDP und 12 Prozent an die Grünen. Die SPD konnte 70 Prozent ihrer Wähler von 2017 halten und bekommt nun auch noch einen Schwung ehemaliger Merkel-Wähler. Außerdem kehren auch einige Protestwähler von der AfD zurück zur SPD. Obwohl es vermutlich nich zur Kanzlerschaft reicht, haben die Grünen ihre Stimmen seit 2017 noch einmal verdoppelt und profitieren dabei vor allem von einstigen Linkswählern und ehemaligen Wählern der Union.