Und dabei wären durchaus einige Passagen des Papiers wenigstens diskussionswürdig. So steht in dem Bericht: "Bei onkologischen Patienten mit sehr hohen Viruslasten kann eine Ansteckung beim medizinischen Personal, selbst mit adäquater persönlicher Schutzausrüstung, nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden.“ Dies bedeutet quasi also, dass sich die 41 Mitarbeiter auf der Krebsstation des UKE quasi zwangsläufig anstecken mussten. Oder folgender Satz: "Infektionsketten wurden konsequent nachverfolgt.“ Was allerdings in dem Zusammenhang mit den Vorfällen auf der Krebsstation wohl eher heißt: Als wir ahnten, was passiert ist, haben wir nachgeforscht. Aber erst dann. Weiter heißt es auch noch: "Dringliche Maßnahmen wurden sofort während des Ausbruchsmanagements umgesetzt. Die getroffenen Maßnahmen führten dazu, dass das Infektionsgeschehen auf der Krebsstation beherrscht werden konnte und der Ausbruch unmittelbar gestoppt wurde.“ Allerdings wirft auch dies Fragen auf, da der erste positive Covid-19-Fall wohl am 18. März 2020 entdeckt worden war. Doch erst am 5. April wurde die gesamte Station auf Covid-19 getestet. Experten sehen den internen Umgang beim UKE in diesem Fall kritisch: "Das ist Vorstandspolitik. Es wird nur an Fehlern eingeräumt, was man uns beweisen kann“, gesteht ein anonymer UKE-Insider. Eine offizielle Antwort zu diesem Vorgang wollte das UKE nicht abgeben .