Trotzdem kritisiert Christine Falk, die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, die Ergebnisse der Studie: "Das ist wirklich nicht hilfreich mit Blick auf die Impfbereitschaft. Dabei gibt die Studie keinerlei Grund zur Sorge." Denn bei der Studie waren lediglich minimale Unterschiede entdeckt worden. Außerdem basierten die Untersuchungen des Teams um Mihai Netea auf "einem experimentell molekularen Ansatz, der mit der Frage, wie die Zellen außerhalb des Labors im Menschen selbst auf das Vakzin reagieren, recht wenig zu tun hat", erklärt die Immunologin. Dabei hätten die Forscher laut Falk ihre Beobachtungen lediglich auf die Impfrealtionen des angeborenen
Immunsystems gelegt. "Wenn es um die Abwehr von potenziellen Erregern geht, spielen diese zwar eine wichtige, aber nicht allein entscheidende Rolle in einem Riesenkomplex von Immunreaktionen", verdeutlicht Falk deshalb. Aus diesem Grund sei es auch unmöglich Schlüsse auf andere Viren, Bakterien oder Pilze durch diese Studie zu ziehen. Dehalb kann sie nicht nachvollziehen, wie einige Mediziner durch die Studie versuchen Argumente gegen eine Impfung zu bilden. "Das ist eine totale Überinterpretation der Ergebnisse", kritisiert Falk.
So hatte zum Beispiel der Virologe Alexander Kekulé in einem MDR-Podcast offen gesagt, die Antwort auf andere Viren werde durch die Impfung gebremst. "Gegen diese anderen Viren ist man dann weniger gut immun", spekulierte Kekule. Doch diese Aussage bezeichnet Falk nun als schlichtweg falsch und nicht von den Studienergebnissen gedeckt. Zudem hatte auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach die Studienergebnisse bei Twitter geteilt und dazu in seinem Tweet geschrieben "Spannende Studie aus Niederlanden, wie Biontech Impfung unser Immunsystem verändert." Zudem merkte Lauterbach an, dass nicht alle Änderungen positiv sein müssten. Auch diese Aussage findet Falk angesichts der exponierten Position von Lauterbach unglücklich. Vor allem weil auch Lauterbach die Studienergebnisse nicht auch gegen die komplexe Immunreaktion aufwiegt. "So haben die Kritiker Argumente bekommen, die eigentlich keine sind", bedauert Falk