George Lazenby: Was wurde aus dem vergessenen "Bond"?

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George Lazenby: Was wurde aus dem vergessenen "Bond"?

Stars (2 / 1) 28.12.2020 17:00 / Peter Symbolbild Featureflash Photo Agency / Shutterstock.com


Eigentlich hätte Lazenby in Lees letztem Film "Game of Death" (deutscher Titel: "Bruce Lee - Mein letzter Kampf") mitspielen sollen. Für drei Hongkong-Actionstreifen sollte es aber noch reichen, darunter auch ein Film mit dem findigen deutschen Titel "Stoner - Im Geheimdienst ihrer Majestät" (1974).

John Cleese wollte ihn als Jesus Christus

1977 gelang Lazenby im Nachhinein sogar ein kleiner Coup, denn er ergatterte eine Rolle im "Kentucky Fried Movie", dem ersten Film des Regietrios ZAZ (Jerry Zucker, Jim Abraham, David Zucker), die später Filme wie die "Die nackte Kanone" (1988) drehten. Wie in der kommentierten DVD-Version von "Das Leben des Brian" (1979) bekannt wurde, wollte "Monty Python"-Legende John Cleese (79), dass er als Jesus auftritt, damit man auf das Filmposter "und George Lazenby als Jesus Christus" schreiben könne.

In den 1980er spielte er in vielen Fernsehserien mit, während als Film nur "Lance - Stirb niemals jung" (1986) erwähnenswert ist. Hauptdarsteller John Stamos (56, "Full House") sagte laut dem US-Branchenmagazin "The Hollywood Reporter" über den Film lediglich: "Ich dachte, ich bin fertig mit dem Fernsehen - ich werde jetzt Filmstar! Und machte ich dieses Stück Scheiße." Das gibt auch so ziemlich die Einschätzung der Kritiker wieder.

Auch weiterhin flog Lazenby eher unter dem Radar und konnte bis zu seinem vorübergehenden Rückzug mit "Gettysburg" (1993) immerhin noch einen von der Kritik gelobten Film vorweisen. Darin spielte er an der Seite von Martin Sheen (79, "Selma") und Tom Berenger (70, "Inception"). Ansonsten war er Ende der 90er Jahre auch noch in einer Folge "Baywatch" und weiteren Serien zu Gast. 2003 zog er sich dann für elf Jahre aus dem Filmgeschäft zurück. Danach drehte der vergessene "Bond"-Darsteller Streifen wie den unbekannten "Hunter" (2015). Künftig wird er in "The Order" und dem Zombieschocker "Z Dead End" zu sehen sein.

Privat erlebte er Höhen und Tiefen

Auf familiärer Seite konnte George Lazenby jedoch aus dem Vollen schöpfen - und macht dafür auch seinen frühen "Bond"-Ausstieg mitverantwortlich. "Ich hätte nicht das Leben gehabt, das ich hatte. Ich habe wunderschöne Kinder, die ich vielleicht nicht gehabt hätte, wenn ich mit Bond weitergemacht hätte", gestand er dem "Sunday Morning Herald". Denn 1973, kurz vor der Geburt seiner Tochter Melanie (45), heiratete er Christina Gannett. "Wir haben zum Wohl des Kindes entschieden, dass wir das machen", verriet er dem Magazin "The Australien Women's Weekly" im Jahr 1973.

Der gemeinsame Sohn Zachary starb allerdings 1994 im Alter von 19 Jahren an einem Hirntumor. Die Ehe ging im Jahr darauf in die Brüche. Eine zweite ging Lazenby 2002 mit Ex-Tennisprofi Pam Shriver (57) ein. Daraus gingen Sohn George Jr. (14) sowie die Zwillinge Kaitlin und Samuel (13) hervor. Die beiden ließen sich nach einem schmutzigen Scheidungskrieg 2011 aufgrund "unüberbrückbarer Differenzen" scheiden, schon seit 2008 hatte es Berichte über ihre zerrüttete Ehe gegeben, wie damals etwa "The Telegraph" schrieb.

Daneben war er in den 1980ern auch Motocross-Fahrer und gewann laut "Los Angeles Times" sogar mehrere Rennen. Zuletzt lebte der Ex-Bond in Kalifornien, verkaufte aber 2018 sein langjähriges Haus in Antelope Valley.