Vor dem am Dienstag stattfindenden Corona-Gipfel zwischen der deutschen Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer hatten einige Länderchefs gefordert, den ständigen Druck auf Ungeimpfte erst einmal auszusetzen. Denn diese würden seit Wochen von der Ankündigungen von Konsequenzen und möglichen Nachteilen gegängelt. Es soll sogar im Raum stehen auch negativ getesteten Ungeimpften keinerlei Zugeständnisse mehr zu machen. "Wer geimpft, genesen oder getestet ist, den darf der Staat nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausnehmen“, fordert CDU-Parteichef und Kanzlerkandidat Armin Laschet, der allerdings für eine weitere Verlängerung der "epidemischen Lage" plädierte und schon bald die kostenlosen Schnelltests für Ungeimpfte abschaffen möchte. Der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (55) spricht sich ebenfalls dafür aus den Druck zu mindern. "Ich glaube, mit Überzeugung kommt man weiter als mit Druck. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die wir in Bremen gemacht haben“, erklärte der SPD-Politiker gegenüber der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt“.
Eine gänzlich unterschiedliche Linie vertritt dagegen der
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53). Dieser fordert eine deutliche Unterscheidung zwischen Ungeimpften und Geimpften. Laut Brinkhaus müsse man sich fragen inwieweit Ungeimpfte das Leben von Geimpften einschränken würden. "Es wird zu viel über den angeblichen indirekten Impfzwang geredet und zu wenig über die Rechte von Geimpften“, kritisierte Brinkhaus.