Trotztdem schränkt der Virologe ein: "Das lässt sich aber wie gesagt nicht eins zu eins übertragen, Zumal in Großbritannien hauptsächlich der Impfstoff von AstraZeneca verwendet wurde und mehr Menschen bereits geimpft sind." Auch aus diesem Grund rät Schmidt-Chanasit zur Vorsicht. "Und es ist vor allen Dingen ja immer auch eine politische Entscheidung", erklärt der Mediziner, der der Auffassung ist, dass man die Einführung eines "Freiheitstags" wie in Großbritannien in Deutschland "als Gesellschaft diskutieren" müsse. Als Virologe habe er in dieser Hinsicht keine Entscheidungsgewalt, stellte Schmidt-Chanasit klar. Als einfacher Bürger sei für ihn allerdings dann ein Endpunkt erreicht, wenn alle Bundesbürger ein Impfangebot erhalten hätten. "Aufgabe der Politik war es ja sicherzustellen, dass alle die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen und weiterhin daran zu arbeiten, noch besser zugängliche Impfangebote zu machen", argumentiert Schmidt-Chanasit. "Aber bezüglich der Grundrechtseinschränkung ist das sicherlich ein Wendepunkt, an dem man sich genau überlegen muss: können wir weiter Grundrechte einschränken?", fordert der Mediziner einen Wandel in der deutschen Corona-Politik.