Als dritten Punkt nannte Laschet einen "Impf-Appell" an die Bundesbürger. Dieser solle den Menschen klarmaschen, dass nur die Impfungen einen Schutz vor dem Virus biete und diese auch mit deutliche Erleichterungen im Alltag einhergingen. Laschet lehnte als vierten Punkt dann auch den Inzidenzwert als alleinigen Indikator zur Bewertung der Pandemie-Lage ab und forderte stattdessen auch die Krankenhausbelegung in die Überlegungen miteinzubeziehen. Als letzten Punkt forderte Laschet die sogenannte "epidemische Lage" für weitere 3 Monate vom Bundestag beschließen zu lassen. Laschet bezeichnete diese Maßnahme als reine Vorsichtsmaßnahme, damit das Land gewappnet sei, obwohl die Lage deutlich besser als noch im Vorjahr sei. So könne die Politik im Fall der Fälle schnell auf steigende Infektionzahlen reagieren. Viele von Laschets Punkten könnten bei seinen Amtskollegen auf Zustimmung stoßen. Doch trotzdem bleiben viele weitere Fragen offen.
Strittig dürfte vor allem die Frage werden, ob Ungeimpfte auch weiterhin wie Geimpfte behandelt werden sollen, wenn diese ein negatives Testergebnis vorlegen. Im Gesundheitsministerium vertritt man die Auffassung, dass ungeimpfte Menschen von bestimmten Veranstaltungen ausgeschlossen werden müssen. Allerdings nur dann wenn die Inzidenzwerte wieder ansteigen. Bei steigenden Inzidenzwerten will das Ministerium von Jens Spahn die bisherige "3G-Regel" (geimpft, genesen, getestet) auf "2G" (geimpft und genesen) reduzieren. Sowohl Laschet als auch der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz lehnen diesen Vorschlag Spahns jedoch ab. Eine andere Lösung für das Problem schlug der Hamburger Bürgermeisters Peter Tschentscher vor. Der SPD-Politiker hatte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gefordert, dass ungeimpfte Menschen einen negativem PCR-Test statt eines Schnelltests vorlegen sollten, um mit Geimpften und Genesenen gleichgestellt zu werden. "Antigen-Schnelltests sind nicht zuverlässig genug", argumentiert Tschentscher der selbst Mediziner ist. Ein weiterer Streitpunkt ist die Rückkehr ins Homeoffice für die Mitarbeiter vieler Firmen, wenn der Inzidenzwert wieder über 50 ansteigen sollte. Auch hier dürfte eine Einigung ziemlich ausgeschlossen sein. Man darf also gespannt sein, ob sich Laschets Plan auf dem Bund-Länder-Gipfel weitgehend durchsetzen kann.