"Wer wird Millionär?": Darum schaltet Leon Windscheid nicht mehr ein

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"Wer wird Millionär?": Darum schaltet Leon Windscheid nicht mehr ein

Stars (2 / 1) 28.12.2020 16:55 / Julia Symbolbild TVNOW / Frank Hempel


Sind Sie dort selbst oft anzutreffen?

Windscheid: So oft es geht, aber das ist mittlerweile nicht mehr so oft. Ich bin aktuell mit meinem Bühnenprogramm "Altes Hirn, Neue Welt - Psychologie live erleben" auf Tour und dadurch viel unterwegs. Das macht aber nichts, wir haben mittlerweile ein 40-köpfiges Team und das rockt das Ganze viel besser, als ich das jemals hätte tun können. Ich bin froh, dass ich nicht mehr im Management involviert bin.

Das heißt, Sie konzentrieren sich aktuell hauptsächlich auf Ihr Bühnenprogramm und auf Ihre Bücher?

Windscheid: Ja, ich schreibe gerade an einem neuen Buch, wieder zum Thema Psychologie. Zudem mache ich viele Vorträge in Unternehmen und arbeite an einem neuen Podcast.

Was können die Zuschauer von Ihrem Programm "Altes Hirn, Neue Welt - Psychologie live erleben" erwarten?

Windscheid: Es ist ein wilder Ritt durchs Gehirn. Mir geht es darum, dass man sich selbst besser versteht. Ich bringe im Prinzip die neuesten Erkenntnisse aus Psychologie und Hirnforschung mit. Aber keine Angst, das ist kein trockener Vortrag, sondern es wird viel gelacht. Es gibt sehr viele Live-Acts mit dem Publikum. Tatsächlich kommen nach der Show auch immer wieder Leute zu mir, die erklären, mindestens ein oder zwei neue Gedanken mitgenommen zu haben. Da habe ich wirklich das Gefühl, dass ich etwas in den Menschen auslösen kann.

Ist Ihr Programm vergleichbar mit einem Comedy-Programm?

Windscheid: Es wird gelacht, aber es ist kein Comedy-Programm. Es steckt einfach sehr viel Wissenschaft darin, es hat mehr Tiefgang. Es ist vielleicht eher mit einem politischen Kabarett zu vergleichen. Ein Science Slam ist vielleicht der beste Vergleich. Also ein Poetry Slam nur mit Wissenschaftlern, die verschiedene Sachen aus ihrer Forschung vorstellen und so mache ich das auch. Ich mag es, wissenschaftliche Inhalte mit einer gewissen Leichtigkeit zu verbinden. Ab September wird es auch einen Podcast mit mir und Atze Schröder geben, in dem wir gemeinsam in jeder Folge ein bestimmtes Gefühl erörtern. In "Betreutes Fühlen" werden die Themen dann sowohl aus dem Blickwinkel der Comedy als auch der Wissenschaft beleuchtet.

Sie waren schon in unterschiedlichen TV-Sendungen zu Gast, sind weitere TV-Auftritte geplant?

Windscheid: Da gibt es immer wieder Ideen. Und ich freue mich auch, dass die Leute Interesse haben. Aber mir geht es nicht darum, irgendwie ins Fernsehen zu kommen. Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen bei dem Thema Psychologie Missverständnisse haben, dass da noch ganz viel Aufklärungsarbeit gemacht werden muss. Deswegen bin ich froh, wenn ich im Fernsehen mit einem Talkshow-Auftritt viele Leute erreichen kann. Das ist meine primäre Motivation dabei. Ansonsten gibt es immer Vorschläge und Ideen. Aber da gucke ich immer ganz genau: Woran habe ich wirklich Spaß und wo sehe ich inhaltliche Anknüpfungspunkte?

Was wurde Ihnen denn schon so angeboten?

Windscheid: Ich weiß nicht, ob es wirklich Spaß war. Aber ich wurde gefragt, ob ich nicht ins Dschungelcamp gehen wolle. Darauf habe ich geantwortet: Ich würde nur zusagen, wenn Günther Jauch mitkommt mit der Annahme, dass das Thema damit gegessen ist. Wie man bei sowas mitmachen kann, ist mir bis heute unerklärlich. Auf so eine Idee käme ich nie. Selbst wenn karrieretechnisch gar nichts mehr geht, sitze ich lieber unbekannt, bettelarm und obdachlos in der Kölner Fußgängerzone als im australischen Dschungel.