Als erster Kritiker äusserte sich SPD-Chef Norbert Walter-Borjans zu den Lockerungen des NRW-Ministerpräsidenten. Für den SPD-Politiker handelt es sich bei den Lockerungen der Corona-Maßnahmen durch Laschet um ein reines Wahlkampfmanöver. "Was Armin Laschet jetzt macht, ist nicht vernunftgeleitet, sondern Schönwetterpolitik mit dem Blick auf die Bundestagswahl", verdeutlichte der SPD-Vorsitzende gegenüber der Tageszeitung "Rheinische Post". Walter-Borjans glaubt, dass für die weitreichenden Lockerungen eine höhere Impfquote notwendig wäre."Wenn die Landesregierung jetzt Normalität vortäuscht, ist das geradezu ein Signal an die Unentschlossenen, das Impfen nicht ernst zu nehmen", glaubt der SPD-Politiker. Er machte nebenher deutlich, dass er "absolutes Verständnis" für alle Bürger habe, die endlich wieder Festivals, Diskotheken oder Sportveranstaltungen besuchen möchten. "Was wir aber sicher nicht wollen, ist eine vierte Welle", warnt Walter-Borjans. Die Erfolge, die man bisher in der Pandemie-Bekämpfung erreicht habe, dürften jetzt nicht leichtfertig auf's Spiel gesetzt werden. Eine Meinung, die auch
SPD-Epidemiologe Karl Lauterbach vertritt, der Laschets Lockerungen als "falsches Signal" kritisierte. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hingegen betonte, dass die NRW-Landesregierung keinesfalls waghalsig handele und verwies dabei auf die flächendeckenden Tests in dem Bundesland.
Auch vielen Bürgern sind die weitreichenden Lockerungen von Laschet offenbar suspekt. In den sozialen Medien erntet der CDU-Politiker deshalb auch reichlich Kritik. "Sie produzieren förmlich die vierte Welle. Nennen wir sie doch Laschet-Wette", hatte ein Nutzer beim Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben und so einen Twitter-Trend geschaffen, an dem sich Tausende Nutzer beteiligten. "Die Zahlen steigen. Noch langsam, aber der Blick in die Nachbarländer offenbart, wohin die Reise geht. Reaktion von Laschet? Ab heute sind zB in NRW die Clubs wieder auf. "Vierte Welle" klingt so unpersönlich, nennen wir sie doch Laschet-Welle", schlägt ein weiterer Nutzer vor "Die #LaschetWelle wird vor allem junge Menschen treffen, warnt ein andere Twitter-User und fährt fort: "Also die, die in der Pandemie ohnehin schon allein gelassen wurden. Das sind übrigens auch die, die er bei der #Klimakrise allein lässt. Man könnte meinen, das hat bei #Laschet Prinzip. Deswegen #LaschetVerhindern." Man darf also gespannt sein, ob die Infektionszahlen in Nordrhein-Westfalen schon bald wieder deutlich spürbar steigen werden.