Wir wurden getäuscht! Wurden mehr Patienten als notwendig auf Intensivstationen behandelt?

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Wir wurden getäuscht! Wurden mehr Patienten als notwendig auf Intensivstationen behandelt?

News (2 / 1) 16.06.2022 23:33 / Frank Symbolbild imago


"Unter Intensivbeatmung sind mehr über 100-Jährige als unter 39-Jährige verstorben“, verdeutlicht Thöns.

Gesamtzahl der Intensivpatienten "erstaunlich" hoch

Nach der Auffassung von Thöns und seinen Kollegen sei die Gesamtzahl der auf den Intensivstationen behandelten Patienten erstaunlich. Bis zum Stichtag am 5. Juni waren unter den Versicherten 27.070 hospitalisierte Covid-Patienten verzeichnet worden. 25.116 dieser Patienten seien auf der Intensivstation behandelt worden. Ein geradezu unglaublicher Anteil von 92,8 Prozent! "Diese Zahl halte ich für völlig absurd. Das kann nicht allein mit medizinischer Notwendigkeit erklärt werden“, kritisiert Thöns. Könnten auch in diesem Fall finanzielle Anreize eine Rolle gespielt haben? Während die stationäre Behandlung eines Covid-19-Patienten mit durchschnittlich 5000 Euro beziffert wird, ist die Durchführung von Intensivbeatmung mit durchschnittlichen Kosten von 38.500 Euro deutlich teurer. Thöns, der auch als Pallativmediziner arbeitet. kritisiert vor allem die Maximaltherapie von schwerstkranken, alten Menschen. "Hochgerechnet auf Deutschland sind das 24 000 Patienten über 90, die beatmet werden“, moniert Thöns. Dies sei allerdings lediglich in Einzelfällen gerechtfertigt. Viele dieser Patienten würden zusätzlich unter Krankheiten wie Demenz oder Krebs leiden, so dass ihr Tod nur eine Frage der Zeit sei. "Wer wünscht sich denn seine letzten Tage an einem Beatmungsgerät zu liegen? Kein Mensch!“, verdeutlicht Thöns.