Das bedeutet Freundschaft in Zeiten von Social Media

Seite 2 / 2

Das bedeutet Freundschaft in Zeiten von Social Media

Stars (2 / 1) 28.12.2020 16:41 / Frank Symbolbild loreanto/Shutterstock.com


Und sogar im Chatverhalten gibt es Differenzen. So halten es etwa 39 Prozent der Münchner für wichtig, dass sie von ihren Kontakten schnelle Antworten bekommen. Bei den Berlinern sind es nur 14 Prozent. Deutschland ist dabei übrigens das Land, in dem Menschen am ehesten durch bereits bestehende Freunde neue beste Freundschaften schließen. Mit 23 Prozent entspricht dies dem höchsten Wert im internationalen Vergleich.

Einfach nur reden

Bei den beliebtesten Aktivitäten, die Freunde zusammen unternehmen, gibt es zwar leichte Unterschiede zwischen den Geschlechtern - aber keine drastischen. So bevorzugen Frauen offenbar tatsächlich kommunikative Aktivitäten etwas mehr, während Männer gerne aktiver werden. 65 Prozent der Frauen sitzen etwa einfach nur gerne da und sprechen miteinander (Männer 57 Prozent), wenn es um den Besuch einer Bar oder eines Clubs geht, liegen allerdings die Männer mit 31 Prozent (Frauen 24 Prozent) etwas vorne.

Trotz dieser Entwicklung fühlen sich aber auch immer mehr Menschen einsam. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage hervor, wie "RP Online" Ende Mai berichtete. 2011 fühlten sich demnach noch 5,1 Prozent der 65- bis 74-Jährigen einsam, während es mittlerweile 8,1 Prozent sind. Und auch jeder vierte Jugendliche gebe bereits an, sich selten oder manchmal einsam zu fühlen. Bei Mädchen sei die Zahl zudem höher als bei Jungen.

Diese Einsamkeit könne auch krank machen, wie es weiter heißt. "Wer gut eingebunden ist in sein soziales Netz, ist nicht nur psychisch und körperlich gesünder, sondern lebt auch länger", erklärt die Psychotherapeutin Julia Scharnhorst vom Bundesverband der Psychologinnen und Psychologen der Online-Ausgabe der "Rheinischen Post".

In der Snapchat-Umfrage zeigt sich unterdessen, dass sich soziale Medien offenbar durchaus auch positiv auf die geistige Gesundheit auswirken können. So gaben 43 Prozent der Frauen (Männer 37 Prozent) an, sich nach einer Interaktion mit einem besten Freund unterstützt zu fühlen, 50 Prozent (Männer 38 Prozent) fühlten sich geliebt, 37 Prozent (Männer 31 Prozent) waren dankbar und 51 Prozent (Männer 44 Prozent) zeigten sich glücklich. Eine Freundschaft und das damit verbundene Teilen von Gefühlen und Geheimnissen, könne laut dem britischen Professor Thomas Dixon wie "eine Art von Therapie" wirken, wie es bei Snapchat heißt.