Schreckensfund - 215 Kinderleichen auf Grundstück eines katholischen Internats entdeckt - Heim diente als Umerziehungslager

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Schreckensfund - 215 Kinderleichen auf Grundstück eines katholischen Internats entdeckt - Heim diente als Umerziehungslager

News (2 / 1) 29.05.2022 23:33 / Julia Symbolbild imago


Das nun im Mittelpunkt der Ermittlungen stehende katholische Heim in der kanadischen Kleinstadt Kamloops hatte seine Tore vor mehr als 100 Jahren im Jahr 1890 geöffnet, Damals sollten die Kinder der kanadischen Ureinwohner zwangsweise in die Gesellschaft der europäischen Einwanderer integriert werden. Der Tod der nun entdeckten Kinder sei von der damaligen Schulleitung nie dokumentiert worden, obwohl die Mitglieder der Gemeinde deren Verschwinden gemeldet hätten. Wie genau die Kinder ums Leben gekommen sind, ist bisher noch unklar. Nun wird die Gemeinde mit Museen und Gerichtsmedizinern aus der Gegend zusammenarbeiten, um die Hintergründe dieses schrecklichen Fundes aufzuklären. Schon im Juni wird ein vorläufiger Untersuchungsbericht erwartet. Das Heim war im Auftrag der kanadischen Regierung von der katholischen Kirche betrieben worden und war eine von 139 Einrichtungen, die damals eröffnet wurden. In den 50er Jahren besuchten bis zu 500 Schüler die Schule. Angeblich soll sich der Leiter des Heimes im Jahr 1910 beschwert haben, dass die Regierung zu wenig Geld zur Verfügung stelle, "um die Schüler angemessen zu ernähren“.

Kinder vermutlich Opfer eines "kulturellen Genozids“

Offenbar geht die Tat auf ein dunkles Kapital in der Geschichte Kandas zurück. Ab 1874 waren etwa 150.000 Kinder der Ureinwohner, Mestizen und Inuit von zwangsweise von ihren Familien getrennt worden und in solchen kirchlichen Heimen umerzogen worden. Damit sollte ihre Anpassung an die weiße Mehrheitsgesellschaft erreicht werden. Allerdings waren viele der Kinder in diesen Heimen misshandelt oder sexuell missbraucht worden. In der damaligen Zeit sollen mindestens 3.200 Kinder gestorben sein. Die meisten von ihnen erlagen der Tuberkulose. Die indigenen Gemeinschaften Kandas machen diese Heime, die das Leben von Generationen von Menschen verändert hatten, verantwortlich für die sozialen Probleme wie häuslicher Gewalt, Alkoholismus und erhöhte Selbstmordraten unter den Ureinwohnern. Die Stadt Ottawa hatte sich bereits im Jahr 2008 offiziell entschuldigt und sich an die Überlebenden dieser Internate gewendet. Diese seien Opfer eines "kulturellen Genozids“ geworden, hatte eine Untersuchungskommission in einem anderen Fall bereits 2015 festgestellt.