Angesichts der aktuelle Lage sind auch die Experten für die Zukunft optimistisch. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit gab seine Einschätzung der Lage bei der "Bild"-Zeitung ab: "In vielen Ländern nimmt das Infektionsgeschehen ab. Ein Grund dafür ist die Saisonalität des Virus: Stärkere Sonneneinstrahlung, höhere Temperaturen und Trockenheit erschweren die Ansteckung. Die Menschen gehen mehr raus, sind gesünder." Außerdem würden sich natürlich auch "die Impfung und die Immunitätslage in der Bevölkerung" auf die insgesamt positive Entwicklung auswirken. Trotzdem lockert Deutschland nur sehr zögerlich. In vielen Nachbarländer hat der Alltag bereits wieder viel mehr Fahrt aufgenommen. In der Scheiz sind die Universitäten geöffnet und Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen erlaubt. In Österreich ist landesweit die Innengastronomie geöffnet und die Schulen unterrichten im Präsenzunterricht ohne eine negativen Effekt auf die Infektionszahlen zu haben. Deshalb fordern die Experten nun auch in Deutschland weitere Lockerungen. "Die Testpflicht für die Außengastronomie ist überflüssig. Auch die Maskenpflicht im Freien ist in den meisten Fällen absurd, zum Beispiel im Park oder Zoo. Wen soll ich denn anstecken? Die Büsche im Park, die Tiere im Zoo?", kritisiert der Aerosol-Forscher Gerhard Scheuch. Und auch Epidemiologe Klaus Stöhr sieht in der aktuellen Situation kein Problem weitere Öffnungsschritte zu unternehmen. Stöhr verweist vor allem auf die Erfahrungswerte des Vorjahres, wo ebenfalls zu dieser Zeit zahlreiche Lockerungen stattgefunden hatten, ohne einen Anstieg der Infektionszahlen zu produzieren.