Eine Situation die sich bald wohl auch am Hamburger Impfzentrums einstellen wird. Dort bestätigt Dr. Dirk Heinrich (62): "An unserem Impfzentrum wird in den kommenden Wochen die Mehrheit der Besucher ihre zweite Impfung bekommen. Viele dieser Menschen hatten die erste Impfung kurz nach Ostern erhalten und müssen nun die zweite Impfung erhalten, da man ansonsten die Zeiten für die Verabreichung der zweiten Impfdosis überschreiten würde. Und eine spätere Impfung ist nicht möglich. "Beim Abstand haben wir bereits den von der Zulassung vorgegebenen Spielraum voll ausgereizt. Beim Biontech-Impfstoff sechs Wochen“, macht Dirk Heinrich deutlich. In diesem Thema gehe es auch um Verlässlichkeit. Zudem könnte auch eine eventuell geplante Impfung von Kindern und Jugendlichen die Anzahl der Erstimpfung weiter verringern.
Kassenärztechef fordert von Bundesbürgern: "Jetzt nicht die Nerven verlieren!“
Außerdem wird die Anfang Juni fallende Impf-Priorisierung dann auch noch dafür sorgen, dass ganz Deutschland versuchen wird einen Impftermine zu ergattern. Doch dies dürfte in den 65.000 Impfpraxen nicht einfach werden. "Es ist grundsätzlich gut, dass die Impf-Priorisierung fällt. Das macht die Einbestellung leichter, verstärkt aber auch den Ansturm der Patienten“, erklärt Andreas Gassen (58), der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Allerdings beschwerten sich bereits zahlreiche Ärzte über den bürokratischen Aufwand und das Verhalten der Impfwilligen. Glücklicherweise habe dies nur wenige Mediziner bewogen, die Impfungen einzustellen. "Kollegen berichten mitunter, dass Mitarbeitende beschimpft und teilweise sogar bedroht werden“, zeigt Gassen auch Exzesse durch die Impfwilligen auf. "Ich weiß, die Menschen sind mürbe und wollen Hinhalte-Parolen nicht mehr hören. Aber es ist wirklich so: Für die Praxen und die Menschen, die eine Impfung haben wollen, kommen jetzt noch zwei, drei zähe Wochen, in denen der Impfstoff viel zu knapp ist. Doch spätestens Mitte Juni wird es deutlich besser“, kündigt der Kassenchef an. Ab diesem Zeitpunkt sollen dann zwischen 6 bis 8 Millionen Menschen pro Woche geimpft werden. "Die Botschaft muss sein: Jetzt nicht die Nerven verlieren! Wir gehen gerade die entscheidenden Schritte heraus aus der Pandemie. Mit jedem Geimpften sinken die Fallzahlen und damit die Infektionsgefahr“, kündigt Gassen optimistisch an.