Wie das Robert Koch-Instituts (RKI) mitteilt, liegen bisher offenbar noch nicht genug Daten vor, um die indische Mutante komplett zu bewerten. Allerdinge gehen die Experten vom RKI von einer deutlich höhere Übertragbarkeit aus und rechnen auch mit einem leicht reduzierten Impfschutz, glaubt RKI-Präsident Lothar Wieler. Deutlich besorgter zeigte sich Gesundheitsminister Jens Spahn, der unbedingt vermeiden will, dass sich die Variante weiter in Deutschland ausbreitet. "Wenn wir die Infektionszahlen weiter drücken wollen, müssen wir verhindern, dass ansteckende Virusvarianten diese positive Entwicklung gefährden. Dieser Schritt ist hart für Großbritannien, aber er ist notwendig, um die schnelle Ausbreitung der indischen Variante in Deutschland zu verhindern. Erst wenn mehr Menschen geimpft sind, sind wir gegen solche Gefahr gewappnet", erklärte ein Sprecher der deutschen Bundesregierung.
Diese Entscheidung wurde getroffen, obwohl Großbritannien vor allem was die Impfungen angeht als Erfolgsmodell gilt. Ein harter Lockdown und die Fortschritte der Impfungen haben die Infektionszahlen deutlich gesenkt. Bei den Inzidenzwerten liegt Großbritannien deutlich niedriger als Deutschland, wird wegen der indischen Mutante jetzt allerdings wieder in der höchsten Risikostufe geführt. Vor Ort selbst ist man optimistisch die Ausbreitung der Mutation stoppen zu können. Zudem sei mittlerweile auch sicher, dass die Impfstoffe von Moderna und Biontech auch gegen diese Corona-Mutante aus Indien wirksam sind. Mittlerweile hat der britische Premierminister Boris Johnson ebenfalls reagiert und mit etwas Verzögerung Indien auf die "rote Liste" der Risikogebiete gesetzt. Künftig müssen Reiserückkehrer aus diesen Ländern eine 10-tägige Quarantäne auf eigene Kosten in einem Hotel antreten. Bleibt zu hoffen, dass die Briten die Mutante damit in den Griff bekommen.