Denn nun will das deutsche Nachrichtenmagazin "Wir" erfahren haben, dass Spahns Ehemann Daniel Funke eben doch von diesem Deal gewußt haben soll. Dies sollen Chatprotokolle zeigen, die dem "Wir" nun vorliegen. Denn offensichtlich hatten mehrere Firmen versucht Funke wegen Großaufträgen für Schutzmasken zu kontaktieren. "Ein Geschäft kam so tatsächlich zustande", schreibt der "Wir" nun. Es gibt bisher zwar keine Belege dafür, dass Funke sich an diesen Geschäften bereichert hat, doch es zeigt eben auch, dass es nicht stimmt, dass der Ehemann von Jens Spahn von nichts gewußt haben will. Alles in allem soll Funke im letzten Jahr zwischen März und April mindestens sechs oder mehr Angebote für Masken-Deals erhalten haben und diese offensichtlich an seinen Ehemann weitergeleitet haben. Dies alles sei am sonst üblichen Dienstweg vorbei gegangen. Experten sehen in diesen Vorgehen die Gefahr einer geschäftlichen Bevorzugung der Anbieter. So soll auf diese Weise auch ein Milliarden-Deal des Gesundheitsministeriums mit der bis dahin vollkommen unbekannten schweizer Firma Emix zustande gekommen sein.
Das Gesundheitsministerium will sich bisher nicht dazu äussern welche Anbieter ihre Angebote über Daniel Funke schicken durften. Daniel Funke selbst schweigt zu der ganzen Sache weiterhin. In den Chatprotokollen wird Funke aber auch von einem Bekannten angeschrieben. Dieser schrieb, dass er offenbar im Gesundheitsministerium niemanden erreiche und Funke deshalb um Vermittlung bittet, worauf Funke seinem Bekannten noch am selben Tag, dem 25. März 2020 zurückschrieb: : "Sehr gerne." Zudem habe Funke den Bekannten angewiesen, ihm die Details an seine Burda-Geschäftsadresse zu schicken und den "Ansprechpartner mit Handy-Nummer" zu benennen. Kurz daraub schrieb Funke dann:: "Leite das sofort weiter". So bekam Funkes Bekannter den Kontakt ins Ministerium, während andere Händler, die eine solche Möglichkeit nicht hatten, auf ihren Masken sitzen blieben. Am nächsten Tag habe Funke dann ein Angebot zum Kauf von 100 Millionen Schutzmasken aus China zum Preis von 164 Millionen Dollar erhalten, worauf Funke dem Bekannten schrieb: "Super. Leite das gleich weiter."
In diesem speziellen Fall soll der Deal dann aber nicht zustande gekommen sein. Denn offenbar war der Bekannte später bei Funke und dessen Ehemann Spahn in Ungnade gefallen. Denn dieser hatte bei Facebook ein Treffen zwischen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Spahn kommentiert, bei dem die beiden Politiker offenbar nicht den notwendigen Sicherheitsabstand eingehalten hatte. Und zwar kommentierte der Mann dort folgendes:
"Wenn Spahn und Laschet ein Krankenhaus besuchen, braucht niemand Abstand zu halten. Ausgerechnet..!!". Als der Mann dann später bei Funke nachgefragt habe, was mit seinem Angebot passiert sei erhielt er als Antwort: "Und nun noch in eigener Sache: Ich bin ja nicht nur Ehemann des Gesundheitsministers, sondern auch Bürger – und als solcher beobachte ich mit gewissem Unbehagen, wie bestimmte Menschen mit einer Mischung aus Hysterie und Selbstgerechtigkeit kommentieren, richten & teilweise übelst beleidigen." Und dann gab es noch einen weiteren Seitenhieb von Funke: "Wir haben mittlerweile gefühlt 82 Millionen Virologen im Land. Deshalb bin ich auch so frei, jeden aus meiner FB-Liste zu löschen, der diesem, für mich unangenehmen, Typus entspricht." Im Anschluss an dieses Intermezzo sei der Kontakt dann abgebrochen. Das Gesundheitsministerium hatte sich jedenfalls nie gemeldet. Bisher dementiereren sowohl Gesundheitsminister Spahn als auch sein Ehemann Daniel Funke sich finanziell an der Maskenbeschaffung bereichert zu haben.