Keine guten Nachrichten aus Berlin! Denn offenbar sieht RKI-Chef Lothar Wieler "Signale einer Trendumkehr" in Deutschland. Und dies sei nach Auffassung des RKI-Präsidenten im Augenblick sicher kein gutes Zeichen. Wieler machte deutlich, dass die als Messlatte wichtige 7-Tage-Inzidenz bereits seit etwa zwei Wochen wieder leicht steige. Besonders beunruhigen die Experten dabei die verstärkten Infektionszahlen unter den jüngeren Altersgruppen. Den Hauptgrund für diese besorgniserregende Entwicklung sieht Wieler in der großflächigen Ausbreitung der zunächst in Großbritannien entdeckten Corona-Variante B.1.1.7. "Es ist absehbar, dass B.1.1.7 bald die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird", erklärte Wieler am Freitag im Rahmen der Bundespressekonferenz in Berlin.
Die starke Verbreitung dieser Corona-Mutante macht es nach Wielers Ansicht "noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten". Denn die Variante B.1.1.7 sei "noch ansteckender und noch gefährlicher, und zwar in allen Altersgruppen". Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) meldete sich in derselben Pressekonferenz zu Wort. Er äusserte, dass die Politik bei den jüngst beschlossenen Lockerungsmaßnahmen "an die Grenzen dessen, was aus Sicht des Gesundheitsschutzes verantwortbar ist" gehe. Kritik an seiner Teststrategie wies Spahn dagegen kategorisch zurück. So bestätigte Spahn, dass mehr Schnelltests als notwendig vorrätig seien. "Die Lager sind voll", erklärte der Gesundheitsminister Spahn. Probleme räumte Spahn dagegen bei den Selbsttests ein. Für diese gäbe es aktuell erste sieben zugelassene Hersteller. Und bei denen laufe die Produktion nun erst an.