Während des Verfahrens hatte der Angeklagte sämtliche Taten gestanden. Aus diesem Grund hatten seine Anwälte nur eine Gefängnisstrafe gefordert. Das Argument der Anwälte: Sämtliche Opfer hätten bereits Suizid-Gedanken gehabt. Aus diesem Grund seien sie mit ihrem Tod einverstanden gewesen. Der Richter jedoch folgte dieser Argumentation nicht und stellte bei der Verkündung seines Urteils noch einmal klar, dass keines der Opfer seinem Tod zugestimmt habe. "Es ist verheerend, dass neun jungen Menschen das Leben genommen wurde“, erklärte der Richter beim TV-Sender NHK. "Die Würde der Opfer wurde mit Füßen getreten." Der Fall hatte in Japan ein riesiges Interesse entfacht. Am Dienstag zur Verkündung des Urteils standen 400 Menschen Schlange, um einen der 16 begehrten Sitzplätze im Gerichtssaal zu erhalten. Japan ist eines der wenigen Länder, das die Todesstrafe auch noch tatsächlich vollstreckt. Zuletzt war 2019 ein chinesischer Mörder hingerichtet worden, der eine vierköpfige Familie ermordet hatte.