Wälde hatte in Zusammenarbeit mit drei Wirtschaftswissenschaftlern den Sonderweg der Stadt Jena untersucht. Die Daten aus Jena wurden dann mit anderen deutschen Städten verglichen. Jena war eine der ersten deutschen Städte, die das Tragen von Schutzmasken bereits am 6. April zur Pflicht gemacht hatte. Weit früher also als in anderen Städten und Landkreisen. Im Nachhinein betrachtet ein enormer Glücksfall für die Wissenschaftler. Denn so war es den Autoren der Studie möglich die Infektionskanäle in der Wirklichkeit betrachten zu können. Ihre Daten verglichen die Wissenschaftler dann mit den Städten Darmstadt, Trier, Cloppenburg und Rostock, da in diesen Städten beim Infektionsgeschehen, Bevölkerungsdichte Durchschnittsalter, Seniorenanteil sowie die Dichte von Arztpraxen und Apotheken ähnliche Wert wie in Jena vorhanden waren.
"Wir haben geschaut, was in Jena und in den Vergleichsregionen drei Wochen nach der Einführung der Maskenpflicht passiert", erklärt Wälde.
Um den Einfluß weiterer Effekte so gut möglich auszuschließen, haben die Wissenschaftler auch andere Regelungen in Deutschland in diesem Zeitraum beobachtet. "Es gab keine Änderungen von Verordnungen in Jena und Thüringen acht bis zwölf Tage vor und nach dem 6. April", stellt Wälde klar. "Damit war klar, dass wir den Effekt von Masken identifiziert haben. Nicht vollständig ausschließen können wir sonstige Verhaltensänderungen durch Signaleffekte." Ein Beispiel für einen solchen Signaleffekt wäre, dass sich andere Menschen in Gegenwart von Personen mit Masken generell etwas vorsichtiger verhalten.