Für Janssens ist die aktuelle Situation bereits jetzt kritisch genug.
"Worauf warten wir noch?", fragt der Mediziner offen. "Weitere 14 Tage nach dem Motto 'Augen zu und durch!' erscheinen angesichts der heutigen Zahlen nicht mehr nachvollziehbar." Das renommierte Robert-Koch-Institut meldete mit knapp 30.000 Neuinfektionen und 600 Todesfälle wieder absolute Höchstwerte. Sollten diese Zahlen gleichbleiben, dann bekäme man bis zum Weihnachtsfest weitere 420.000 Neuinfizierte mit dem Virus. "Die sich daraus ableitenden Zahlen an Krankenhauspatienten und schwerst erkrankten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, wird dann nicht mehr adäquat zu behandeln sein", erklärt Janssens, der auch bereits davor warnte, dass sich die Ärzte nun auf "Priorisierungs-Situationen" vorbereiten müssten. Janssens fordert deshalb die Entscheidungsträger aller Bundesländer zum gemeinsamen Handeln auf. Denn bereits jetzt sei in man in Einzelfällen in einer Lage, dass man Patienten über längere Strecken transportieren müsse, um ihnen eine intensivmedizinische Behandlung garantieren zu können. Sollten die Zahlen der Patienten weiter steigen, könnte dies zum Alltag werden.