Diesmal war am Donnerstagabend das Todesurteil gegen Brandon Bernard (40) im Gefängnis von Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana vollstreckt worden. Bernard wurde durch die Injektion mit der Giftspritze getötet. Über die Vollstreckung des Urteils hatten zahlreiche US-Medien übereinstimmend berichtet. Offenbar sollen bis zur Amtsübergabe an den neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden am 20. Januar noch insgesamt 4 weitere Todsurteile vollstreckt werden. Seitdem die Trump-Regierung die Vollstreckung von Todesurteilen auf Bundesebene im Juli wieder erlaubt hatte, sind bereits die Todesurteile von fünf Schwarzen, drei Weißen und eines amerikanischen Ureinwohners vollstreckt worden. Bei den weiter geplanten Hinrichtungen soll es sich um drei Schwarze und eine weiße Frau handeln. Sollte die Hinrichtung der Frau, die für den 12. Januar angesetzt ist, tatsächlich durchgeführt werden, wäre sie die erste Frau seit mehr als 60 Jahren, die auf Bundesebene hingerichtet wird.
Vor der Hinrichtung von Bernard hatte sich sowohl bei der Prominenz als auch unter den Anhängern von Präsident Trump Widerstand breitgemacht. Die bekannte Reality-Queen Kim Kardashian (40), die eigentlich ein gutes Verhältnis zu Trump hat, kritisierte Bernards Hinrichtung. Bernard soll als 18-jähriges Gangmitglied an einem Mord beteiligt gewesen sein und war aus diesem Grund von einer Jury zum Tode verurteilt worden. Bei Twitter schrieb Kardashian: "Es ist der Tag der Menschenrechte, und hier in den Vereinigten Staaten richten wir jemanden hin, der zum Zeitpunkt des Verbrechens 18 war, nicht der Schütze war und sich rehabilitiert hat. So beschämend." Nach verschiedenen Medienberichten hatten sich auch ehemalige Mitglieder der Jury dafür ausgesprochen, das Todesurteil in eine lebenslängliche Haftstrafe umzuwandeln. Zudem hatten sich auch die beiden prominenten republikanischen Anwälte Alan Dershowitz und Ken Starr dafür eingesetzt, die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Bernard vorläufig auszusetzen. Die selben Anwälte hatten Trump erst vor kurzem bei seinem Amtsenthebungsverfahren vor dem US-Kongress verteidigt. Doch auch sie konnten die Hinrichtung nicht stoppen.