"Es braucht jetzt konsequentes Vorgehen", erklärt Söder der "Bild am Sonntag". "Wir können die hohen Todeszahlen in Deutschland nicht hinnehmen. Die Ansteckungszahlen sind weiterhin zu hoch. Es ist besser, bis Weihnachten zu handeln, als ein dauerhaftes Stop-and-go für die Bevölkerung." Auch fünf Wochen nach dem Start des Lockdowns werden weiterhin Zahlen von mehr als 20.000 Neuinfektionen am Tag erreicht. Außerdem liegen die Todeszahlen auf einem extrem hohen Niveau. Sollte sich die Situation vor Weihnachten nicht grundlegend verbessern, drohen die Zhalen sofort nach den Feiertagen wieder unkontrolliert in die Höhe zu schießen.
Einige Experten fordern bereits die Lockerungen über die Weihnachtstage zu streichen. "Je nachdem wie die Entwicklung in den weiteren zehn Tagen ist, werden sicherlich auch noch einmal die für Weihnachten und Silvester bislang vorgesehenen Lockerungen hinterfragt werden müssen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, dem "Handelsblatt". "Denn diese Lockerungen werden nicht nur zu mehr Kontakten, sondern auch zu erhöhten Reiseaktivitäten führen, die wiederum ein Risiko darstellen können." Gerade erst Anfang Dezember waren zusätzlich auch die Kontakte erneut beschränkt worden. Private Zusammenkünfte sind aktuell für maximal fünf Teilnehmer aus höchstens zwei verschiedenen Haushalten erlaubt, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sind. An den Festtagen sollen in der Zeit vom 23. Dezember bis zum 1. Januar dann zehn Personen plus Kinder zugelassen werden. Bayern denkt nun offenbar über zusätzliche Beschr{nkungen im Bereich Schule und Handel nach. In Corona-Hotspots wie Nürnberg und Passau sind bereits Ausgangssperren erlassen worden. Auch der niederbayerische Landkreis Regen ist von diesen Regelungen betroffen. Dort liegt der Inzidenzwert bei 520 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Dies ist einer der höchsten Werte in ganz Deutschland.