In den letzten Tagen wurden in dem von 83 Millionen Einwohner bewohnten Land rund 30.000 neue Fälle des Coronavirus am Tag gemeldet. In den letzten 24 Stunden wurden außerdem 188 Todesopfer gemeldet, die offenbar an Komplikationen der Erkrankung mit Covid-19 gestorben waren. Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) hegt jedoch Zweifel an den offiziellen Zahlen der Regierung und geht von mindestens 50 000 neuen Covid-Fällen pro Tag aus. Die Ärztevereinigung meldete, dass sämtliche staatlichen Krankenhäuser voll belegt seien, während die Regierung von einer Auslastung von lediglich 70 % spricht. "Patienten warten manchmal tagelang auf ein Bett auf einer Intensivstation“. erklärte hingegen die Ärztevereinigung. In einigen Krankenhäusern müssen Patienten bereits auf den Korridoren oder in Kantinen behandelt werden. Es fehle bereits jetzt an Personal und Ausstattung, um alle Patienten zu versorgen. Das Land erlebe nun den "Tsunami“, vor dem die TTB bereits seit Monaten gewarnt habe. Die Ärztevereinigung fordert die Regierung nun dazu auf, mehr Plätze in privaten und Stiftungskrankenhäusern für Covid-Patienten zu schaffen. Diese private Kliniken seien zwar bereits zu Pandemiekrankenhäusern erklärt worden, verursachen allerdings hohe Kosten für die Patienten. Man darf also gespannt sein, ob die türkischen Behörden die Situation wieder unter Kontrolle bekommen werden.