Im Onlinedienst Twitter prangerte Trump ein angebliches "Verschwinden" republikanischer Wählerstimmen an, ohne dafür irgendwelche Belege zu präsentieren. Trumps persönlicher Anwalt Rudy Giuliani warf den Demokraten vor, gefälschte Wahlzettel eingeschickt zu haben. Auch er legte keine Belege vor.
Trump siegte US-Medien zufolge unter anderem in den Schlüsselstaaten Florida und Ohio. Für den Sieg sind mindestens 270 der insgesamt 538 Wahlleute notwendig, die auf Ebene der Bundesstaaten vergeben werden. Biden lag nach einer auf Angaben der US-Sender basierenden Zählung am Mittwochabend bei 264 Wahlleute-Stimmen, Trump bei 214.
In diese Zahl für Biden sind elf Wahlleute aus Arizona eingerechnet - den Sieg des Demokraten in diesem Staat verkündeten allerdings nur einige US-Medien, andere legten sich für Arizona noch nicht fest. Bidens Sieg in Arizona vorausgesetzt, würde ihm nur noch ein Bundesstaat für den Gesamtsieg reichen. Dies müsste nicht notwendigerweise Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten sein. Auch ein Sieg etwa in Nevada (sechs Wahlleute) oder in Georgia (16 Wahlleute) würde reichen.
Die von vielen Beobachtern befürchtete Gewalteskalation nach der Wahl blieb zunächst aus. In der Metropole Detroit in Michigan versuchte allerdings eine Gruppe von Trump-Anhängern, in ein Wahllokal einzudringen, um die Auszählung zu stoppen. Die Gruppe wurde von Sicherheitspersonal gestoppt. In New York forderten tausende Biden-Unterstützer in einer friedlichen Marsch die Auszählung aller Stimmen.
Parallel zur Präsidentschaftswahl wurde der Kongress großteils neu gewählt. Dabei konnten die Demokraten laut US-Sendern ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus ausbauen. Die Hoffnung der Demokraten, Trumps Republikanern ihre Senatsmehrheit abzuringen, schrumpfte dagegen: Die Republikaner konnten laut US-Medien unter anderem in Iowa, North Carolina und Maine drei Sitze verteidigen, auf die sich die Demokraten gute Chancen ausgerechnet hatten.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut dem US Elections Projekt mit rund 160 Millionen Menschen eine Rekordhöhe. Dazu trug der wegen der Corona-Pandemie sehr hohe Anteil von Briefwählern maßgeblich bei.