Ganz unberechtigt sehen die Schweden die anfängliche Kritik an ihrem Vorgehen jedoch nicht. Stattdessen gesteht das Land offen ein, dass man vor allem ältere Mitmenschen und die im Land existierenden Pflegeheime noch stärker hätte schützen müssen. Auf diese Weise hätte man die Todesrate wohl drastisch senken können. Doch besonders im Hinblick auf die nun in vielen Ländern eintretende 2. Infektionswelle scheint sich das schwedische Modell als sehr sinnvoll erwiesen zu haben. Mittlerweile hat man auch bei der WHO die Ergebnisse aus Schweden gelobt. Dort gilt Schweden nun als Vorbild, weil das Land es geschafft habe, eine Pandemie nur durch einen breiten Konsens mit der Öffentlichkeit zu bewältigen ohne zu strengeren Maßnahmen zu greifen.
Gerade in Deutschland heben viele Protestler gegen die Maßnahmen der Bundesregierung das Vorgehen der Schweden in der Pandemie hervor. Allerdings ist es falsch zu glauben, dass die eingeführten
Corona-Maßnahmen in Deutschland nichts bringen würden. Denn zu einer objektiven Beurteilung der Lage müssen auch, viele weitere Faktoren berücksichtigt werden. Eine Studie stellt zum Beispiel fest, dass die von vielen Ländern getroffenen, harten Maßnahmen effektiv gegen die Ausbreitung des Virus gewirkt hätten. Allerdings konnte mit ihnen auch keine viel niedrigere Todesrate erreicht werden. Mittlerweile kann man sich besser auf das Virus einstellen, da man genau weiß, welche Maßnahmen wirken und welche nicht. Anscheinend ist also ein Mittelweg zwischen dem schwedischen Konzept und den Maßnahmen vieler anderer Länder eine gute Option.