Bisher spielen Schulen nach den Erkenntnissen der RKI-Studie bei der Verbreitung des Virus keine Rolle. Lediglich 31 Ausbrüche und etwa 150 Infektionen gehen bisher auf das Konto von Schulen. Allerdings dürfte es interessant sein zu beobachten, wie sich die Zahlen nach Einführung des Präsenzunterrichts nach den Sommerferien entwickeln. In Restaurants, Hotels oder Büros kommt es ebenfalls nur ganz selten zu Infektionen mit dem Virus. Allerdings liesen sich Ausbrüche in der Bahn laut den Experten vom RKI nur schwer ermitteln, da oft die Identität der Kontakte nur schwer nachvollziehbar sei. Sowohl in Kasernen der Bundeswehr als auch in Kantinen habe das RKI keine Ausbrüche des Coronavirus feststellen können.
"Neben einzelnen spektakulären und bundesweit bekannt gewordenen großen Ausbrüchen sind es insbesondere Übertragungen im familiären und häuslichen Umfeld, die nicht unbedingt zu vielen Folgefällen führen und nur wenige Fälle pro Ausbruch aufweisen, aber offensichtlich sehr häufig vorkommen", steht in dem jetzt veröffentlichten RKI-Papier. "Gemeinsames Wohnen auch im Alten- und Pflegeheim scheint häufig zu Übertragungen zu führen, deutlich weniger jedoch Situationen im Freien, wie fehlende Ausbrüche in Tierparks und Zoos beziehungsweise nur drei Fälle beim Picknick nahelegen", schreibt das RKI weiter. In vielen Fällen sei es laut RKI schwierig gewesen, die genaue Quelle der Infektion zu bestimmen. Die jetzt veröffentlichten Daten basieren auf rund 27 Prozent aller in Deutschland regisitrierten Infektionen, bei denen der Infektionsort ohne Zweifel zugeordnet werden konnte.