Mit seiner Haltung steht Spahn allerdings nicht alleine da. Bereits im Juli hatte Erwin Rüddel (CDU, 64) eine Absage des Saal-Karnevals gefordert. Rüddel ist selbst ein "erfahrener Karnevalist" und Präsidiumsmitglied eines großen Karnevalsverein. "Zum Schutz des Ehrenamtes und zum Erhalt des rheinischen Brauchtums sowie zum Schutz der Bevölkerung muss der Karneval zumindest für 2020 jetzt schnell abgesagt werden. (...) Karneval in Heinsberg und die Ereignisse am Ballermann sind der Beleg dafür, dass Abstandsregeln in Verbindung mit Alkohol nicht funktionieren“, stellte Rüddel fest. Viele Politiker sind der Auffassung, dass die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und das Saarland zunächst gemeinsam alle für den November geplanten Eröffnungssitzungen des Karnevals absagen sollten. Über die Aktivitäten im Karneval 2021 könne dann je nach aktueller Lage entschieden werden.
In den letzten Tagen und Wochen sind die Infektionszahlen in
Deutschland stark angestiegen. Bereits seit einigen Wochen werden fast täglich mehr als 1.000 Fälle gemeldet. Deshalb ist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel besorgt: "Wir stehen mitten in der Pandemie. Das Virus ist da, auch wenn es nicht sichtbar ist. Einen Impfstoff gibt es noch nicht, ein Medikament auch nicht. Deshalb sehen wir jetzt auch, dass gestiegene Mobilität und mehr Kontakte der Menschen untereinander zu erhöhten Fallzahlen führen.“ Merkel wies außerdem auf eine Verdopplung der Fallzahlen in den letzten 3 Wochen hin. "Das ist eine Entwicklung, die so nicht weitergehen sollte, sondern die wir eindämmen sollten“, erklärte die Kanzlerin heute in Düsseldorf.