Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten, rechnet nun mit einer weiteren Corona-Pandemiewelle. Diese werde nach Aussage des Wissenschaftlers jedoch eine andere Dynamik haben. "Während das Virus mit der ersten Welle in die Bevölkerung eingedrungen ist, wird es sich mit der zweiten Welle aus der Bevölkerung heraus verbreiten“, erklärte Drosten in einem Gastbeitrag in der Zeitung "Die Zeit". Die Gefahr dieser Welle liege vor allem darin, dass bald überall gleichzeitig neue Fälle auftreten, die sämtliche Landkreise und Altersgruppen betreffen könnten. Doch einen zweiten Lockdown hält Drosten nicht für sinnvoll. Stattdessen lautet seine Empfehlung sich bei der Rückverfolgung der Infektionskette auf "Cluster-Mitglieder“ zu konzentrieren. Damit sind die Teilnehmer von Superspreader-Events gemeint. Ein gutes Beispiel dafür sei der Ausbruch im Fleischereibetrieb Tönnies gewesen, wo sich insgesamt mehr als 1500 Angestellte angesteckt hatten. Die Cluster-Methode habe in Japan zu sehr guten Ergebnissen geführt, schreibt der Virologe.
Um die sogenannte "Cluster-Methode" zu unterstützen, fordert Drosten die Bundesbürger dazu auf ein „Kontakt-Tagebuch“ zu führen. Spätestens ab dem Winter sei diese Maßnahme sehr sinnvoll: "Durch die Fokussierung auf die Infektionsquelle wird der neu diagnostizierte Patient nämlich zum Anzeiger eines unerkannten Quellclusters, das in der Zwischenzeit gewachsen ist.“ Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich zur aktuellen Lage geäussert. Dabei ging Spahn vor allem auf die aktuelle Urlaubssaison ein. Diese sei einer der Faktoren, der die steigenden Infektionszahlen begünstigt habe. Deshalb habe man sich dazu entschlossen eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten anzuordnen. Diese soll bereits ab kommendem Samstag (8. August) gelten. Man darf also gespannt sein, wie sich die Situation in Deutschland weiter entwickeln wird.