Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wünschte Bolsonaro am Dienstag eine rasche Genesung. "Kein Land ist immun, kein Land ist geschützt und kein Mensch kann geschützt sein", erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Bolsonaro hatte im Juni mit dem Austritt seines Landes aus der WHO gedroht. Er warf der Organisation "ideologische Voreingenommenheit vor" und kritisierte unter anderem, dass sie die klinischen Studien für Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19 ausgesetzt hatte.
Brasilien ist nach den USA das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Laut offiziellen Angaben wurden in dem lateinamerikanischen Land 1,6 Millionen Infektionsfälle und mehr als 65.000 Todesopfer verzeichnet.
Dennoch hatte Bolsonaro die von brasilianischen Bundesstaaten und Bezirken verhängten Corona-Restriktionen immer wieder harsch kritisiert. Vergangene Woche legte der Staatschef zudem sein Veto gegen eine vom Parlament beschlossene Maskenpflicht ein. Die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 bezeichnete er in der Vergangenheit als "kleine Grippe", die ihm als ehemaligem Athleten nichts anhaben könne.
Bolsonaro hat sich zudem selbst wiederholt über eine in der Hauptstadt Brasília geltende Maskenpflicht hinweggesetzt. Bei Treffen mit Anhängern trug er keinen Atemschutz. Auch missachtete er das Abstandsgebot, indem er Anhänger umarmte und ihnen die Hände schüttelte.
Am Samstag veröffentlichte Bolsonaro Fotos in den Onlinenetzwerken, die ihn ohne Maske zusammen mit mehreren Ministern und dem US-Botschafter bei einem Essen aus Anlass des Nationalfeiertags der Vereinigten Staaten zeigten.