Für Frank Elstner (78) heißt es Abschied nehmen: Die TV-Legende, bekannt aus ikonischen Formaten wie "Wetten, dass..?", "Die Montagsmaler" und "Verstehen Sie Spaß?", möchte sich aus dem Showgeschäft zurückziehen. Am 12. Juni erscheint bei Netflix sein letztes Talkshow-Projekt "Wetten, das war's..?", in dem er unter anderem seine jungen Kollegen Joko Winterscheidt (41) und Klaas Heufer-Umlauf (36) begrüßen wird.
Die Show ist eine Art Abschiedsgeschenk an die Fans. "Ein Gespräch ist kein Boxkampf. Es geht nicht ums Gewinnen. Vielmehr ist es ein Geschenk. Und diese Sendung ist mein letztes an Sie", erklärt Elstner im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung. 2019 machte er öffentlich, dass er an Parkinson erkrankt sei. Damit habe seine TV-Rente aber nichts zu tun. "Parkinson schränkt mein Leben im Moment Gott sei Dank nicht ein. Was am Ende das Rennen macht, das Alter oder Parkinson, bleibt hoffentlich noch ganz lange spannend!", erklärt Elstner. Vor der Moderatorenlegende haben auch einige andere namhafte Kollegen bereits freiwillig ihre erfolgreiche Karriere beendet.
Stefan Raab: Er war total TVWenige prägten die deutsche Fernsehlandschaft mit ihrem Humor so sehr wie Stefan Raab (53). Das Allroundtalent sagte 2015 völlig überraschend Lebewohl und verabschiedete sich aus seiner aktiven Rolle vor den Kameras. "Ich habe mich entschlossen zum Ende dieses Jahres meine Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen." Nach mehr als 16 Jahren als Haus- und Hoflieferant von unzähligen Erfolgsshows - darunter "TV total" oder auch die "Wok-Weltmeisterschaft" - für ProSieben, war Schluss. Zwar hatte der Sender laut Raab noch versucht, den Abschied mit einer mehrjährigen Vertragsverlängerung hinauszuzögern, der Entertainer wollte jedoch trotzdem gehen.
So ganz ist Raab aus dem Fernsehkosmos dann aber doch nicht verschwunden - auch wenn er sich nicht mehr selbst präsentiert. Mit seiner Produktionsfirma Raab TV sorgt er immer noch für Unterhaltung. Zuletzt rief der Entertainer etwa den "Free ESC" als Ersatzveranstaltung zum wegen der Corona-Krise ausgefallenen Eurovision Song Contest ins Leben. "Wenn es als einzige Lösung einer Krise erscheint aufzugeben, dann ist der beste Zeitpunkt für die Geburtsstunde von etwas Neuem", erklärte Raab damals im Gespräch mit ProSieben. Auch die Erfindershow "Das Ding des Jahres" ist eine Idee des einstigen Lästermauls.
Hape Kerkeling: Vom "Hurz!"-Lamm zum SchneemannEin Jahr zuvor hatte Komiker, Schauspieler und Moderator Hape Kerkeling (55) bestätigt, dass er sich weitestgehend aus dem TV-Geschäft zurückziehen werde. Im Oktober 2014 erklärte er im Interview mit der "Bild"-Zeitung: "Ich habe aber schon vor vier, oder fünf Jahren vorsorglich gesagt, dass ich ab dem 50. Lebensjahr keine großen Shows mehr moderieren werde." Er wolle diesen Abschied aber "gar nicht dramatisieren. Mein Entschluss bedeutet nicht, dass ich vielleicht nicht noch einen Film mache. Oder ein Buch schreibe."
Zwar sei zu diesem Zeitpunkt nichts geplant gewesen, aber genauso, wie Kerkeling vorsichtig angedeutet hatte, sollte es auch kommen. Unter anderem wurden seine Bücher "Ich bin dann mal weg" (2006) und "Der Junge muss an die frische Luft" (2014) mit einer ganzen Reihe an deutschen Schauspielstars - darunter Diana Amft (44), Sönke Möhring (47), Martina Gedeck (58) und Devid Striesow (46) - verfilmt. Zudem lieh Kerkeling auch der Figur Olaf, einem Schneemann, in den Animationserfolgen "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren" und "Die Eiskönigin II" seine Stimme.