Oberst Markus Reisner von der Theresianischen Militärakademie in Österreich erklärt: "Ein möglicher russischer Atomwaffeneinsatz ist eine ständige Bedrohung und könnte unvorhersehbare Folgen, einschließlich einer atomaren Eskalation, mit sich bringen.“ Während die NATO militärisch in der Lage sei, auf einen solchen Angriff zu reagieren, sei der Zivilschutz in Europa jedoch nicht ausreichend auf einen Atomangriff vorbereitet. Die Situation erinnere an die Spannungen des Kalten Krieges und deute auf einen möglichen globalen Konflikt zwischen dem wohlhabenden Norden und dem weniger entwickelten Süden hin. Die von der FT enthüllten Dokumente stammen aus dem Zeitraum von 2008 bis 2014 – also vor der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim und dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass Russland in der Lage ist, Atomwaffen auf Überwasserschiffen zu transportieren, was das Risiko von plötzlichen und präventiven Angriffen sowie Unfällen erhöht.
Auch die USA und ihre NATO-Partner führen regelmäßig Atomwaffenübungen durch. Bei der jährlichen Übung "Steadfast Noon“ wird die Verteidigung des europäischen Bündnisgebiets simuliert, wobei die in Europa stationierten US-Atomwaffen im Ernstfall auch von Flugzeugen der NATO-Partner eingesetzt werden könnten, um gegnerische Streitkräfte auszuschalten.