Die wichtigste beschlossene Änderung am Donnerstag betraf die Verlängerung des Lohnersatzes für Väter und Mütter, die wegen der starken Einschränkungen bei Kitas und Schulen nicht arbeiten konnten. Diese sollen nun für einen längeren Zeitraum Geld vom Staat erhalten. Der Lohnersatz soll von bisher 6 auf bis zu 20 Wochen verlängert werden. Dabei erhält jedes Elternteil den Anspruch auf 10 Wochen Entschädigung. Alleinerziehende bekommen diese Hilfe sogar für die kompletten 20 Wochen. Diese Zuschüsse sollen künftig auch tageweise abgerechnet werden können, wenn die Kinder nur ab und zu in die Kita oder zur Schule dürfen. Die staatliche Hilfe ist dabei auf 67 % des Nettoeinkommens oder einen Höchstsatz von 2016 Euro pro Monat beschränkt. Dabei gilt diese Hilfe jedoch nur, wenn die zu betreuenden Kinder jünger als 12 Jahre sind oder auch bei älteren Kinder, wenn diese wegen einer Behinderung auf die Hilfe der Eltern angewiesen sind.
Bei der heutigen Sitzung hatte sich die FDP beschwert, dass im Augenblick die Kinderbetreuung durch im Homeoffice arbeitende Elternteile als zumutbar gilt. "Homeoffice und Kinderbetreuung sind zwei Jobs, die dauerhaft nicht ohne erhebliche Einschnitte zusammen erledigt werden können", erklärte der FDP-Abgeordnete Grigorios Aggelidis. Der Politiker sieht es als falsch an, den betreffendenEltern die Hilfen zu verweigern, wenn diese ihre Arbeit im Homeoffice erledigen können. Nach den letzten Schätzungen existieren etwa 4 Millionen Erwerbstätige, die Kinder unter zwölf Jahren haben und etwa 1,4 Millionen Erwerbstätige, die tatsächlich die Bedingungen zum Erhalt der Entschädigungen erfüllen. Durch die schrittweise Öffnung von Kitas und Schulen werden diese Schätzungen allerdings erschwert.