"Rybar“ vermutet, dass diese Operation von der Ukraine über einen längeren Zeitraum hinweg geplant wurde. Der Vormarsch könnte noch mehrere Tage andauern, insbesondere angesichts der erheblichen Konzentration ukrainischer Kräfte in der Grenzzone. Yaroslav Trofimov, außenpolitischer Chefkorrespondent des "Wall Street Journal“ und Ukraine-Experte, spricht von der "größten grenzüberschreitenden Offensive seit Beginn des Krieges“. Es bleibt abzuwarten, ob die Ukraine versucht, ein bedeutendes Gebiet in Russland zu besetzen, um es gegen besetztes ukrainisches Land einzutauschen.
Einige Militär-Beobachter reagieren skeptisch auf die Meldungen und vermuten Ablenkungsversuche der Ukraine, die seit Monaten an regulären Frontabschnitten zurückweicht. Sie bezweifeln, dass die ukrainische Grenz-Offensive Erfolg haben könnte, zumal die Ukrainer zuletzt große Probleme bei der Frontverteidigung hatten. Die Ankunft der westlichen F-16-Kampfjets in der Ukraine wurde von Experten als "zu spät“ bezeichnet. Ein regierungsnaher ukrainischer Militärexperte erklärte gegenüber BILD, dass es sich bei der Kursk-Offensive um eine PR-Aktion der ukrainischen Armee handele. Mit dieser Überraschungsoffensive auf die westrussische Region will die Ukraine Russland zum Umdenken zwingen. Plötzlich müssen Moskaus Streitkräfte nicht nur innerhalb der Ukraine vorrücken, sondern sich auch innerhalb Russlands verteidigen. Von dieser Neuorientierung erhofft sich die Regierung in Kiew strategische Vorteile.