Experten wie Carlo Masala (56) von der Bundeswehruniversität München erläutern gegenüber BILD: "Peskows Aussagen sind im Kern nichts Neues. Russland verfügt bereits über Mittelstreckenraketen und Marschflugkörper, die nahezu jeden Punkt in Europa erreichen können, da sie in Kaliningrad stationiert sind. Diese Drohung ist keine neue Entwicklung, sondern unterstreicht die bestehenden Risiken durch russische Mittelstreckenraketen. Im Falle eines Krieges wären Hauptstädte natürlich potenzielle Ziele, um Regierungen zu beeinflussen und Angst in der Bevölkerung zu schüren. Die explizite Erwähnung europäischer "Hauptstädte‘ zielt vor allem darauf ab, Schrecken zu verbreiten.“ Die neuen Drohungen aus Russland folgen nur einen Tag nach dem scheinbaren Bemühen Moskaus um Deeskalation gegenüber dem Westen. Am Freitag hatte die russische Führung erklärt, dass es auf eigene Initiative ein Telefonat zwischen dem russischen Verteidigungsminister Andrej Beloussow und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Lloyd Austin gegeben habe, um Sicherheitsbedrohungen zu besprechen und das Risiko einer Eskalation zu verringern.
Dmitri Medwedew (58), ein prominenter Unterstützer von Machthaber Wladimir Putin, hat in der Vergangenheit bereits mehrfach mit aggressiven Aussagen gegen den Westen Aufsehen erregt. Er drohte der Ukraine mit einem Atomschlag und auch dem Westen mit einem möglichen Atomkrieg. In Bezug auf Waffenlieferungen an die Ukraine durch Großbritannien und Frankreich richtete er Drohungen gegen London und Paris und sprach von einer möglichen "Antwort“, die nicht nur konventionelle Sprengstoffe, sondern auch Spezialmunition umfassen könnte.