Im Osten der Ukraine zeichnet sich eine militärische Katastrophe ab, weil russische Truppen bei Awdijiwka gleich an mehreren Stellen durchbrechen. Eine bedeutende Versorgungsroute ist unterbrochen, und den Verteidigern der Stadt droht die Umzingelung. Die Führung in Kiew steht vor schwierigen Entscheidungen.
In der Schlacht um Awdijiwka sieht sich die Führung in Kiew vor einer schwierigen Lage: Russische Stoßtruppen haben in den letzten Tagen mindestens drei Stellen der ukrainischen Linien durchbrochen. Die seit Monaten hart umkämpfte Frontstadt ist möglicherweise nicht mehr lange zu halten. Im Norden von Awdijiwka hat einer dieser Angriffszüge die Landstraße T-05-05 erreicht, wodurch die wichtigste ukrainische Versorgungsroute zum Stadtzentrum nahe des Kokerei-Geländes vorübergehend blockiert ist. "Die operative Lage ist äußerst schwierig und angespannt", gab der neue ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj kürzlich zu. Die Verteidiger von Awdijiwka sehen sich akut von einer vollständigen Einkesselung bedroht. Die russischen Angriffsspitzen rücken nicht nur im Norden, sondern auch im Westen vor, während im Süden bereits seit dem Überraschungsangriff der Russen Ende Januar Kämpfe innerhalb der Stadtgrenzen wüten.