Speziell für Estland bedeutet die Ankündigung Russlands eine merkliche Verstärkung der Streitkräfte in der Nähe seiner Grenzen in den nächsten Jahren. Zudem seien Pläne Russlands bekannt geworden, die Präsenz seiner Truppen auch entlang der Grenzen zu Finnland und anderen baltischen Staaten zu erhöhen. Ziel sei es, eine militärische Übermacht im Ostseeraum zu etablieren. Trotz dieser Entwicklungen schätzt Rosin die Wahrscheinlichkeit eines direkten Angriffs auf Estland im laufenden Jahr als niedrig ein.
Im Kontext dieser Entwicklungen hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu gegen Ende des Jahres 2022 eine Umstrukturierung der russischen Streitkräfte verkündet. Dies erfolgt im Bestreben, die vom Kreml vorgegebene Vergrößerung der Truppenstärke zu realisieren und zugleich die Kampfkraft der Marine, der Luftwaffe und der Raketenstreitkräfte zu stärken. Die Reform der militärischen Strukturen soll zwischen 2023 und 2026 vollzogen werden.