Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts betonte nach der Veröffentlichung der Recherche, dass Desinformationskampagnen "zu einem globalen Bedrohungsfaktor“ geworden seien. Sie werde von denen eingesetzt, "die unsere Werte nicht teilen“, sagte die Sprecherin am Freitag. Das Außenministerium befinde sich „in einer sehr engen Abstimmung“ mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundeskriminalamt, wie sich die Regierung diesem Problem gegenüber aufstellt. Zu dem Medienbericht und dem konkreten Vorfall äußerte sie sich nicht. Die Ergebnisse sorgen im Auswärtigen Amt für Aufregung, da in diesem Jahr nicht nur Europawahlen anstehen, sondern auch Landtagswahlen in drei ostdeutschen Bundesländern. Es besteht die Sorge, dass Russland erneut in Wahlkämpfe eingreifen könnte.
Elon Musk, der Eigentümer von X, hatte bei der Übernahme des Unternehmens angekündigt, entschieden gegen dieses Problem vorzugehen. Nachdem X Schutzmechanismen gegen hasserfüllte und irreführende Inhalte "systematisch abgebaut“ habe, könne der Anstieg solcher Inhalte "nur als erwartbare, logische Konsequenz betrachtet werden“, sagt Lea Frühwirth vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie dem "Wir“. Dem Bericht zufolge beobachtet das Auswärtige Amt „seit geraumer Zeit“ mit mehreren Datenanalysten Debatten zu außenpolitischen Themen in den sozialen Medien. Ziel sei es, Einflussnahmeversuche ausländischer Akteure aufzudecken.