In den meisten deutschen Haftanstalten besteht die Verpflichtung zur Arbeit. In Hessen müssen Verurteilte beispielsweise für einen Stundenlohn zwischen 1,57 Euro und 2,60 Euro arbeiten. Häftlinge aus der Reichsbürgerszene weigern sich jedoch hartnäckig, da sie staatliche Vorschriften ablehnen - Aufstand im Gefängnis!
Ein ehemaliger Investmentbanker (56) verbüßt in der Justizvollzugsanstalt Butzbach (Hessen) eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Während seiner Arbeitszeit im Unternehmerbetrieb auf dem Anstaltsgelände, der unter anderem Hängematten und Trampoline für Spielplätze herstellt, aber auch traditionelle Tüten klebt, handhabt er regelmäßig Werkzeuge wie Kombizangen und Schraubendreher. Die JVA Butzbach bietet insgesamt 325 Arbeitsplätze bei 475 Haftplätzen und ist damit einer der größten Arbeitgeber in der ländlich geprägten Region der Wetterau. Neben der Resozialisierung der Gefangenen wirkt die Arbeit auch dem langen Sitzen in der Zelle entgegen und ermöglicht ihnen, Geld zu verdienen. Die Vergütung von durchschnittlich rund 15 Euro für 6,5 Stunden Arbeit mag im Vergleich zum gesetzlichen Mindestlohn gering erscheinen, aber die Haftkosten von durchschnittlich 192,86 Euro pro Häftling und Tag im Jahr 2022 müssen berücksichtigt werden. Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung und andere Leistungen werden den Inhaftierten bereitgestellt, und sie zahlen keine Steuern, Renten- oder Krankenkassenbeiträge. Dies lässt den Gefangenen monatlich schätzungsweise etwa 250 bis 300 Euro zur freien Verfügung.