Weit realistischer ist es deshalb, dass die Pandemie mit der Entwicklung eines Impfstoffes endgültig beendet wird. Wann jedoch ein Impstoff in millardenfacher Menge zur Verfügung stehen wird, kann bisher noch nicht kalkuliert werden. Dass ein Impstoff bereits im Herbst dieses Jahres bereitsteht, halten Experten für unrealistisch. Weit wahrscheinlicher erscheint die Voraussage für das Frühjahr 2021. Doch der Faktor Zeit spielt beim Kampf gegen das Coronavirus eine wichtige Rolle. Denn bereits im Herbst rechnen die Mediziner mit einer 2. Welle ds Coronavirus.
Besonders in den USA ist man schwer besorgt. Schließlich ist das Land bereits jetzt von der 1. Welle schwer betroffen. Deshalb warnt Robert Redfield, Chef des "Centers for Disease Control and Prevention", einer wichtigen Behörde des US-Gesundheitsministeriums, vor der Gefahr einer massiven zweiten Welle im Herbst 2020. Sollte eine 2. Welle des Coronavirus mit der saisonalen Grippewelle zusammenfallen
könnten einige Gesundheitssysteme einer noch stärkeren Belastung ausgesetzt werden als bisher. "Wenn sich dieses Virus wie andere Viren verhält, könnten wir im Herbst ein Wiederaufleben erleben", ist sich auch Dr. Patrice Harris, Leiterin der American Medical Association sicher". Eventuell könnte eine zweite Welle von Covid-19-Infektionen sogar noch früher auftreten, wenn sich die US-Bundesstaaten zur zu frühen Lockerungen der jetzt getroffenen Maßnahmen entschließen.
Auch in Deutschland beobachten die Experten vom RKI die jetzt beschlossenen Lockerungen kritisch. Eine Rückkehr zur Normalität sei trotz der Lockerungen noch nicht angebracht. RKI-Vizepräsident Lars Schaade ist besorgt, dass sich noch immer viele Menschen anstecken könnten. "Wenn die Fallzahlen in die Höhe schießen, kann das Gesundheitssystem immer noch sehr schnell überlastet werden", gibt Schaade zu bedenken. Deshalb appellierte das RKI, sich unbedingt weiter an die Empfehlungen zu halten. Auch Virologe Christian Drosten sagte kürzlich, dass die aktuellen Zahlen zum Infektionsgeschehen trügerisch sein könnten. Deshalb ist es unbedingt notwendig auch weiter darauf zu setzen die sozialen Kontakte so gut wie möglich zu beschränken.