Die Ermittlungsbehörden wurden Anfang 2021 auf Telegram-Kanäle aufmerksam, über die "reichsbürgertypische Thesen und Verschwörungstheorien" verbreitet wurden. Ab Mitte August 2021 boten die Beschuldigten angeblich Opfern staatlichen Handelns "Hilfe" an. Der Betreiber der Telegram-Kanäle organisierte dabei die massenhafte Kontaktaufnahme mit Behörden per Telefon und E-Mail. Das übergeordnete Ziel der Beschuldigten war es, die Bundesrepublik Deutschland und ihre staatlichen Einrichtungen zu destabilisieren und rechtmäßiges staatliches Handeln zu verhindern oder zumindest zu erschweren. In den Telefonaten und E-Mails wurden die Gesprächspartner mit Reichsbürgerthesen konfrontiert, ihnen wurden Menschenrechts- und Kriegsverbrechen vorgeworfen, sie wurden beleidigt und teilweise mit dem Tode bedroht. Der Betreiber der Telegram-Accounts, ein 58-jähriger Mann aus Olching (Bayern), ist den Ermittlern bereits seit längerem bekannt. Im April 2022 wurde gegen ihn unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Volksverhetzung und Nötigung öffentliche Klage erhoben. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.