Anscheinend liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, ob die am Coronavirus erkrankten Menschen nach der Infektion immun gegen das Virus sind. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet zum Beispiel von 91 Menschen in Südkorea, die angeblich vom Virus genesen waren, später jedoch erneut positiv getestet wurden.
Der Virologe Gunther Hartmann, der an der Studio von Heinsberg unter der Leitung von Hendrik Streeck mitgewirkt hatte, geht davon aus, dass die Immunität nach dem aktuellen Forschungsstand nur etwa sechs bis 18 Monaten andauern würde. Sollte sich diese Annahme bestätigen würde eine Durchseuchung ausser einer höheren Anzahl von Toten nichts bringen.
Die Durchseuchung basiert auf dem Prinzip, dass sich nur junge und gesunde Leute mit dem Coronavirus anstecken. Doch wie das Virus in der Praxis beweist, können auch Menschen unter 60 Jahren von schweren Verläufen von Covid-19 betroffen sein oder sogar daran sterben. "Wir sehen das ja in der Klinik. Wenn wir die Infektionen so laufen lassen, werden auch in der Gruppe der unter 60-Jährigen 100. 000 Menschen sterben, binnen kurzer Zeit.", erklärt der Infektologe gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Dies höre sich zwar nur schwer vorstellbar an, sei aber mit den statistischen Zahlen durchaus zu vereinbaren. Auch deshalb wird in Zukunft vermutlich auf das aktuelle Rezept gesetzt. Je weniger sich anstecken, desto weniger werden sterben. Dabei wird aktiv versucht werden die Ansteckungen so lange wie möglich herauszögern, damit weniger Menschen sterben, bevor ein Impfstoff für das gefährliche Virus bereitsteht.