Militärexperte Lawrence Korb bezeichnet den Brief als "sehr ungewöhnlichen Schritt", besonders für einen Kapitän mit Karriereabsichten: "Es zeigt, dass hier jemandem das Wohl seiner Mannschaft wichtiger ist als seine Karriere." Mittlerweile hat
US-Verteidigungsminister Mark Esper dem Wunsch des Kapitäns bei einem Interview mit der "CBS" eine Absage erteilt, da er zur Zeit keine Notwendigkeit sehe, das Schiff zu evakuieren. "Wir verlegen eine Menge Vorräte und Hilfe, medizinische Unterstützung auf den Träger in Guam", verspricht Esper. Laut eigener Aussage habe er den Brief des Kapitäns allerdings noch nicht detailliert gelesen.
Wie schnell sich das Virus auf Schiffen verbreiten kann, wurde in den letzten Wochen an den Beispielen einger Kreuzfahrtschiffe, wie zum Beispiel der Diamond Princess deutlich. Und diese Kreuzfahrtschiffe bieten weit mehr Platz als ein Militärschiff, wo bis zu 60 Soldaten in den Mannschaftsunterkünften eng eingepfercht schlafen. Über private Kabinen verfügen dort nur die hochrangigen Offiziere. Viele Wasch- und Duschräume werden gemeinschaftlich genutzt. Bleibt zu hoffen, dass sich trotz der Weigerung des Verteidigungsministeriums für eine Evakuierung nicht noch weitere Soldaten mit dem gefährlichen Virus anstecken.