Später schlossen sich vier junge Männer der Gruppe an, von denen einer das Geburtstagskind kannte. Gegen Mitternacht wollten sie die Party verlassen, doch die Stretch-Limousine war bereits verschwunden. Matilda hatte bereits ein Taxi gerufen, als einer der jungen Männer anbot, die Mädchen nach Hause zu fahren. Der Fahrer war erst 17 Jahre alt, besaß keinen Führerschein und war betrunken. Laut der Staatsanwaltschaft Köln mietete er über die App eines Carsharing-Anbieters – unter Verwendung der Zugangsdaten eines Angehörigen – einen Wagen. Sechs Teilnehmer der Geburtstagsfeier, einschließlich Matilda, stiegen in den Audi Q2. Ein Zeuge bemerkte, dass die Jugendlichen betrunken waren und mit dem gemieteten Auto losfahren wollten. Matildas Mutter behauptet, dass der Barbetreiber die Polizei verständigt hat, aber er leugnet dies. Die Jugendlichen flüchteten im Audi quer durch Köln. Eine Streifenwagenbesatzung versuchte das Fahrzeug auf der Venloer Straße zu stoppen. Doch der 17-jährige Fahrer beschleunigte und floh mit hoher Geschwindigkeit. Ein Mädchen nahm während der Flucht ein dramatisches Video auf, in dem sie um Hilfe bat und erklärte, dass sie verfolgt wurden. Matilda ist in diesem Video kurz zu sehen.
Dies waren die letzten Aufnahmen, die Matilda lebend zeigen. Auf der Autobahn 57 verloren die Einsatzkräfte den Kontakt zu dem flüchtenden Audi. Kurz nach 1 Uhr wurde der Unfall am Niehler Damm von Zeugen gemeldet. Der Fahrer des Audi Q2 hatte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und prallte gegen eine Mauer. Matilda wurde aus dem Wrack geschleudert. "Gegen vier Uhr morgens klingelte die Polizei an unserer Tür“, erinnert sich Matildas Mutter. "Zunächst wurde uns mitgeteilt, dass meine Tochter verletzt sei. Wir fuhren sofort zur Uni-Klinik. Dort teilte man uns mit, dass Matilda verstorben ist. Meine Tochter bedeutete alles für mich. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll …“ Die Polizei hat unmittelbar nach dem Unfall mit den Ermittlungen begonnen. Da der Fahrer des Wagens immer noch im Koma liegt, konnte er noch nicht befragt werden. Es gibt noch viele offene Fragen, und Matildas Mutter fordert, dass alle beteiligten Erwachsenen zur Verantwortung gezogen werden.