Absolut! Hier wird ein gesellschaftlich relevantes Thema nach dem anderen aufgegriffen und zu einem grandiosen "Tatort" zusammengefügt, der an Spannung kaum zu toppen ist. "Krieg im Kopf" beginnt schon mit einem großen Knall. Man erhält zudem einen Einblick in die Welt der Gehirnforschung, des Militärs und Geheimdienstes. Die beiden Kommissarinnen werden mit verschiedenen Technologien konfrontiert, die Menschen beeinflussen können. Im Zentrum steht die Frage: Wie weit können Menschen kontrolliert werden? Im "Tatort" lautet die Antwort: sehr weit.
Der Zuschauer bekommt eine Führung durch ein Horrorhaus der Militärtechniken, was an der ein oder anderen Stelle für Gänsehaut sorgt. Wer glaubt, Mindcontrol-Techniken seien der Science-Fiction entsprungen, der irrt. Denn vieles, was im "Tatort" angesprochen wird, existiert tatsächlich. "Der 'Tatort' ist ziemlich nah an der Realität", erklärt Christopher Coenen, Forschungsgruppenleiter im Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie, dem NDR.
Zwischen Selbstverstümmelung und wilden Tanzeinlagen wird die Beziehung von Lindholm und Schmitz zudem auf eine neue Ebene gehoben. Anaïs rettet zwar Charlotte das Leben, beide gehen aus der Situation aber beschädigt hervor. Doch keine der beiden Frauen möchte sich das eingestehen. Am Ende wird ihnen allerdings bewusst: "Wir sind vom gleichen Schlag." Nicht nur, was den Männergeschmack angeht: Lindholm und Schmitz' Mann Nick (Daniel Donskoy, 30) kommen sich im "Tatort" ziemlich nahe...