Die Pläne der Ampel-Politiker, dass der Strom in Deutschland aufgrund des Atomausstiegs und des Ausbaus von erneuerbaren Energien wieder günstiger wird, werden vom Vorstandsvorsitzenden des Siemens-Konzerns, Roland Busch, in Frage gestellt. In einem Interview mit der BILD-Zeitung enthüllt Busch, dass die Verbraucher eher mit steigenden Strompreisen rechnen sollten und widerspricht damit einem zentralen Versprechen der Ampel-Regierung.
Siemens plant dennoch neue Milliardeninvestitionen in deutsche Standorte, darunter 500 Millionen Euro in das Werk in Erlangen, um einen Campus für High-Tech-Fertigung und Innovation aufzubauen. Das Unternehmen glaubt an die Innovationskraft der Menschen in Deutschland und hat kein höheres Risiko für Standort-Verlagerungen, da ihre Werke weltweit Kunden beliefern und nicht sehr energieintensiv sind. Die steigenden Strompreise erklärt Busch damit, dass Deutschland von einem Energiesystem mit niedrigen Investitionen und teuren Betriebskosten zu einem System wechselt, bei dem die Betriebskosten günstig sind, dafür jedoch die Anfangsinvestitionen hoch ausfallen. Obwohl Strom aus Sonne und Wind nach dem Bau der Anlagen praktisch kostenlos ist, erfordert die Stärkung des Systems Investitionen in die Grundlast, Speicher und Netze, was vorerst teuer ist. Siemens erwartet, dass Deutschland ein Strom-Importland bleibt, glaubt aber, dass die Innovationskraft dazu beitragen wird, dies anderweitig zu kompensieren.