Neue TV-Serie "Hunters": Scharfe Kritik von der Gedenkstätte Auschwitz

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Neue TV-Serie "Hunters": Scharfe Kritik von der Gedenkstätte Auschwitz

Stars (2 / 1) 25.02.2021 00:33 / Günter Symbolbild 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates


Serienschöpfer David Weil schreibt in seiner Stellungnahme via "Variety", dass "'Hunters' keine Dokumentation" sei "und das auch niemals hätte sein sollen". Er verteidigt die Szene, bei der die lebendigen Schachfiguren dem Spielverlauf entsprechend getötet werden. Es sei ihm "wichtig" vorgekommen, weil diese Szene einer Weißwaschung der Nazis entgegenwirke, "indem sie die extremste - und gegenständlich wahrheitsgemäße - Ausprägung des Sadismus und der Gewalt darstelle, die von den Nazis an Juden und anderen Opfern verübt wurde."

Weitere Kritikpunkte

Eine andere Szene aus "Hunters" ist von ähnlicher Grausamkeit. Ein SS-Offizier des KZs Buchenwald überträgt einmal in der Woche über Lautsprecher aus einer Baracke den Gesang mehrere Häftlinge. Man suche den besten Sänger, heißt es. Nach dem Motto: Buchenwald sucht den Superstar. Alle Insassen müssen mitanhören, wie der Chorleiter jeden Sänger beurteilt - und dann erschießt, bis nur noch einer übrig bleibt...

So gipfelt das kreative Potenzial der Serie in einem beispiellosen Zynismus. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt über "Hunters" unter anderem: "Es sollte misstrauisch machen, wenn Josef Mengele, der Todesarzt aus Auschwitz, als nicht grausam genug gilt. Serienschöpfer und Autor David Weil jedenfalls sah sich dazu herausgefordert, einen Lagerarzt namens Oskar Hauptman zu erfinden, 'so sadistisch, dass sogar Mengele erzitterte'."

Und der "Wir" urteilt: "Egal, wie groß die Star-Power der Amazon-Serie 'Hunters' ist: Auf geschmacklosere Weise ist der Holocaust noch nie zu Unterhaltungsware verwurstet worden [...] Dieser lapidare Umgang der Serie mit einem der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte ist fahrlässig."