Ihre letzte Rolle hatte sie im Jahr 2016 im "Tatort - Wofür es sich zu leben lohnt", wo sie zusammen mit Irm Hermann und Hanna Schygulla ein humorvolles Trio älterer Frauen spielte, die aus moralischen Gründen zu Mörderinnen werden. Die Rolle der Kommissarin Klara Blum wurde von Eva Mattes übernommen. Margit Carstensen wurde in Kiel als Tochter eines Arztes geboren und absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Sie stand auf zahlreichen Bühnen und gehörte von 1965 bis 1969 zum Ensemble des Hamburger Schauspielhauses. Nach ihrem Wechsel nach Bremen lernte sie 1969 den charismatischen Fassbinder am Theater kennen. Es entwickelte sich eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit. Mit Fassbinder drehte sie Filme wie "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1972) und "Chinesisches Roulette" (1976), die sie deutschlandweit bekannt machten.
Neben Fassbinder hatte Carstensen auch eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief. In dessen Film "100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker" (1989) verkörperte sie die Rolle von Magda Goebbels. Margit Carstensen wird für ihr beeindruckendes schauspielerisches Talent und ihre Zusammenarbeit mit renommierten Regisseuren in Erinnerung bleiben. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke in der Filmwelt.