Um genau solche Zwischenfälle zu vermeiden, hatten Russland und die USA eigentlich eine Demarkationslinie vereinbart. Dies sollte sicherstellen, dass die beiden in Syrien eingesetzten Armeen sich nicht begegnen. Der nun aufgetauchte Bericht belegt jedoch, dass es mindestens 85 Zwischenfälle gegeben haben soll, bei denen die russischen Piloten diese Linie überschritten hätten. Bei 26 dieser Vorfälle sollen die russischen Kampfjets sogar über amerikanischen Militärbasen in Syrien gekreist sein. Internationale Beobachter zeigen sich besorgt darüber, dass die Russen zuletzt ein immer aggressiveres Verhalten an den Tag legen. Dabei beschränkt sich dies offenbar nicht nur auf Syrien. Im März hatte ein russischer Kampfjet eine unbemannte US-Drohne über dem Schwarzen Meer gerammt und zum Absturz gebracht. Das aggressive Verhalten der russischen Piloten wird von amerikanischer Seite als “beunruhigend“ bezeichnet, wie Alexis Grynkewich, der Generalleutnant der amerikanischen Luftwaffe, es gegenüber den Medien darstellt. Dass dieses Vorgehen von russischer Seite offenbar gewollt ist, zeigt die Tatsache, dass der russische Präsident Wladimir Putin die Besatzungen des russischen Kampfjets, der die Drohne über dem Schwarzen Meer zum Absturz gebracht hatte, kurz nach dem Vorfall ausgezeichnet hatte.