Laut Yahoo News leben rund 300.000 ethnische Russen in Estland, was etwa 24 Prozent der Bevölkerung ausmacht. In Lettland leben rund 471.000 ethnische Russen, was etwa 25 Prozent der Bevölkerung ausmacht, und in Litauen leben rund 140.000 Russen, was 5 Prozent der Bevölkerung ausmacht.
Dem Kreml geht es vor allem darum, die Präsenz des NATO-Militärbündnisses in den ehemaligen Sowjetstaaten zu verringern und gleichzeitig den russischen Einfluss und die russische Kultur zu stärken, wie die gemeinsame Untersuchung von Expressen, dem Londoner Dossier Center, dem Kyiv Independent, der Süddeutschen Zeitung, Yahoo News, dem litauischen Sender LRT und anderen ergab.
In den Dokumenten heißt es, dass Verbände und Organisationen gegründet werden sollen, die verdeckt pro-russische Narrative fördern und die russische Kultur verbreiten können. In der Propaganda soll die Diskriminierung von russischsprachigen Menschen behauptet werden und russischsprachige Studierende sollen nach Russland eingeladen werden. Gleichzeitig sollte der Abriss oder die Verlegung von Denkmälern aus der Sowjet-Ära des Zweiten Weltkriegs verhindert werden.
In Estland sollten Geschäftsleuten lukrative Verträge angeboten werden, heißt es in einem Dokument.
"Arbeite mit estnischen Geschäftsleuten zusammen, um ihnen die Bereitschaft der Russischen Föderation zu erklären, den russischen Markt für sie zu öffnen, vorausgesetzt, Tallinn ändert seine Außenpolitik in Richtung Moskau", heißt es darin.
Laut Expressen deutet ein Strategiedokument darauf hin, dass Russland die Abhängigkeit der baltischen Staaten von seinem Stromnetz als Druckmittel einsetzen will, indem es auf das Risiko hinweist, dass Estland, Lettland und Litauen vom russischen Stromnetz abgekoppelt werden.